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22.11.2012

Forschungsprojekt "DiscoGnosis" will Schnelltest zum Nachweis von Malaria entwickeln


Schätzungsweise 500 Millionen Menschen jährlich stecken sich mit Malaria an. Der Verlauf der Krankheit endet oft tödlich - vor allem in tropischen Entwicklungsländern, in denen die medizinische Versorgung unzureichend ist. Betroffene bekommen hohes Fieber. Dieses jedoch können auch andere Erreger hervorrufen. Für eine erfolgreiche Therapie ist es daher wichtig, dass eine schnelle und genaue Analyse Aufschluss über die Krankheitsursache gibt. Einen solchen Schnelltest wollen Forscher im Rahmen des im November 2012 gestarteten Projekts DiscoGnosis entwickeln. Das Institut für Mikrosystemtechnik (IMTEK) der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg koordiniert das Vorhaben, das von der Europäischen Union mit drei Millionen Euro gefördert wird.

DiscoGnosis steht für "Disc-shaped point-of-care platform for infectious disease diagnosis" - ein Gerät, das ähnlich aussieht wie ein DVD-Player. Es soll Blutproben von Patienten reinigen und in einem Schritt alle relevanten, Fieber verursachenden Erreger gleichzeitig nachweisen. Die Projektträger wollen mit der Entwicklung dazu beitragen, dass auf kostengünstige Weise innerhalb einer halben Stunde feststeht, ob ein von Fieber befallener Mensch Malaria hat oder nicht. Studien haben gezeigt, dass 30 bis 40 Prozent der Betroffenen, die als Malariapatienten behandelt wurden, stattdessen an Typhus oder Dengue erkrankt waren.

Die zu entwickelnde, jeweils einmal verwendbare Disk wird mit integrierten biochemischen Analyseprozessen imstande sein, einen vollautomatischen und einfach zu bedienenden Krankheitsnachweis zu erbringen. Damit kann in infrastrukturarmen Ländern und Regionen dank moderner Diagnostik die Gesundheitsversorgung ganzer Bevölkerungsteile verbessert werden. Im Kampf gegen die Verbreitung von Malaria in Europa, die der Klimawandel begünstigt, soll dadurch eine Art Schutzschild entstehen.

Partner des IMTEK in dem Konsortium sind die Universitätsmedizin Göttingen, das Universitätsspital Basel/Schweiz, der Schweizer Werkzeug- und Maschinenbauer Rohrer AG, die Biotechnologie-Firmen MagnaMedics Diagnostics BV aus den Niederlanden und MAST Group Ltd. aus Großbritannien sowie die Europäische Stiftung für Klinische Nanomedizin.

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Quelle: idw/Universität Freiburg




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