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09.11.2012

Neue Testverfahren zum Nachweis von Allergie auslösenden Stoffen in Lebensmitteln


Bei einer gemeinsamen Veranstaltung des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) und des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) trafen sich am 7. und 8. November 2012 rund 100 Lebensmittelexperten am LGL in München, um sich mit Nachweismethoden für Allergien auslösende Stoffe in Lebensmitteln, den so genannten Allergenen, zu befassen. Auf dem zweitägigen Workshop "Allergene in Lebensmitteln - aktuelle Entwicklungen in der Analytik" standen die Optimierung sowie die Entwicklung von neuen analytischen Nachweismethoden für allergene Stoffe im Vordergrund. Potentielle Allergene wie Sellerie, Erdnüsse oder glutenhaltiges Getreide müssen europaweit auf der Lebensmittelverpackung angegeben werden. Um diese gesetzlichen Vorgaben zu überprüfen, sind sensitive Analyseverfahren erforderlich, die enthaltene Bestandteile schon im Spurenbereich zuverlässig und schnell nachweisen. Denn bei hoch allergischen Stoffen können bereits kleinste Mengen ausreichen, um eine schwere allergische Reaktion auszulösen. "Spuren allergener Bestandteile in Lebensmitteln sollten soweit wie möglich reduziert werden. Notwendig ist eine schnelle und unkomplizierte Analyse direkt im Lebensmittelbetrieb", sagt BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel." LGL-Präsident Dr. Andreas Zapf: "Besonders Allergiker sind auf eine korrekte Kennzeichnung von Lebensmitteln angewiesen und dürfen keinem gesundheitlichen Risiko ausgesetzt sein. Deshalb kommt sicheren und effizienten Nachweisverfahren von Allergenen in Lebensmitteln eine bedeutende Rolle im gesundheitlichen Verbraucherschutz zu."

Auf der Veranstaltung werden die Ergebnisse zweier Forschungsprojekte von LGL und BfR vorgestellt, die sich mit der Entwicklung von Nachweissystemen für allergene Bestandteile in Lebensmitteln befassen. Im Rahmen des vom BMELV geförderten Verbundprojekts QUALITÄT am LGL wird die Entwicklung eines Schnellnachweissystems zur quantitativen Allergenüberwachung auf Basis der real-time PCR (Polymerase-Kettenreaktion) vorgestellt. Dieses, am LGL mitentwickelte Testverfahren, kann allergene Bestandteile in einem Lebensmittel schneller und mit größerer Genauigkeit als bisher nachweisen. Dabei hat die neue Nachweismethode den Vorteil, dass zunächst mit einer Screeningmethode mehrere allergene Bestandteile mit einer einzigen Analyse gleichzeitig nachgewiesen werden können. Das Schnellnachweissystem ist über die gesamte Lebensmittel-Produktionskette vom Herstellungsprozess bis hin zur amtlichen Überwachung einsetzbar. In einer zweiten Analyse kann dann die genaue Menge des Allergens festgestellt werden. Im Rahmen der Methodenentwicklung wurde das neue Testverfahren bereits bei der Analyse von Proben aus der amtlichen Lebensmittelüberwachung angewendet.

In einem zweiten vom BMELV geförderten Verbundprojekt, an dem das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), beteiligt ist, wurden Schnelltest- und Screeningverfahren zum qualitativen Nachweis von Lebensmittelallergenen vor Ort in der Produktentwicklung und -kontrolle entwickelt. Dazu gehören immunologische Schnelltestverfahren ("Dipstick"-Tests), die ohne höheren apparativen oder personellen Aufwand vor Ort durchgeführt werden können. Weiterhin wurde eine Methode entwickelt, die den Nachweis mehrerer allergener Substanzen in einem einzigen Analysengang ermöglicht. Dabei wird die Echtzeit-Polymerase-Ketten-Reaktion (real-time PCR) eingesetzt. Damit können für eine Tier- oder Pflanzenart charakteristische Genabschnitte nachgewiesen werden. Die Zusammenstellung der PCR-Systeme ist flexibel und kann einer Produktgruppe angepasst werden, zum Beispiel für den Nachweis von Nüssen und Getreide in Süß- und Backwaren. Die Routinetauglichkeit des am BfR entwickelten "Ready-to-Use" PCR-Verfahrens wurde anhand von Handels- sowie Prozessproben unter Beweis gestellt und wird abschließend in einem Ringversuch mit unbekannten Proben in verschiedenen Laboren getestet werden.

Quelle: Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)




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