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Nachrichten und Pressemeldungen aus Labor und Analytik

03.01.2012

Die emissionsarme Vitrine im Fokus


BEMMA ist die Kurzbezeichnung für ein neu entwickeltes Verfahren zur Bewertung von Emissionen aus Materialien für Museumsausstattungen. Mit diesem Verfahren lassen sich die aus Materialien entweichenden organischen Verbindungen untersuchen und bewerten, die im Vitrinenbau verwendet werden.

Bereits in einem vorangegangenen Forschungsvorhaben wurden Vitrinenbaumaterialien der sechs Kategorien Textilien, Kunststoffe, Dichtungsmaterialien, Holz, Beschichtungen und Sonstiges auf ihre Emissionen untersucht: Dazu wurden marktrelevante Vitrinenbau-Werkstoffe erfasst, nach Kriterien geordnet und hinsichtlich ihres Emissionspotentials klassifiziert.

Substanzen mit hohem Belastungspotenzial, wie beispielsweise Ameisensäure, Essigsäure und Formaldehyd dürfen nicht aus den Materialien emittieren bzw. nachweisbar sein. Die Summenemissionswerte für VVOCs (sehr flüchtige organische Verbindungen) und SVOCs (schwerflüchtige organische Verbindungen) wurden auf 100 µg/m3 und für VOCs (flüchtige organische Verbindungen) auf 500 µg/m3 festgelegt. Eine Ausnahme bei den VOCs bilden Dichtungsmaterialien. Wegen der deutlich geringeren Kontaktoberfläche zum Innenraum der Vitrinen liegt der Summenemissionswert für VOCs hier bei 2000 µg/m3. Überschreitet ein Produkt einen der Summenemissionswerte oder wird eine Emission von auszuschließenden Substanzen festgestellt, erfüllt es die Kriterien des BEMMA-Schemas nicht.

Ein weiterer Bestandteil des BEMMA-Schemas sind die Untersuchungsmethoden mit ihren Nachweisgrenzen. Die Vitrinenbaumaterialien werden in einer Mikro-Kammer bei 23 °C und 80 °C auf ihre Emissionen untersucht, wobei derzeit die bei 80 °C erzielten Ergebnisse noch nicht in die Bewertung einbezogen werden.

Dem Ausstellungskurator, Restaurator, Konservator oder Fachplaner wird durch dieses Verfahren eine wirksame Entscheidungshilfe für die Planung von und Leistungsbeschreibung für Ausstellungsvitrinen, Depoteinrichtungen oder Transportverpackungen für Kunst- und Kulturgüter geboten.

Quelle: Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM)




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