Unsere Seite auf

Nachrichten und Pressemeldungen aus Labor und Analytik

04.10.2012

Neubau des Fraunhofer-Zentrums für Chemisch-Biotechnologische Prozesse CBP eröffnet


Regenerative Rohstoffe wie Holz und Stroh können Erdöl ersetzen. Um aus nachwachsenden Rohstoffen chemische Grundstoffe herzustellen, sind neue biotechnologische und chemische Verfahren notwendig. Eine Hürde war es bisher, die Prozesse in den industriellen Maßstab zu übertragen. Das neue Fraunhofer-Zentrum für Chemisch-Biotechnologische Prozesse CBP schließt diese Lücke zwischen Labor und Umsetzung. Nach knapp zwei Jahren Bauzeit nimmt Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel am 2. Oktober 2012 in Leuna die ersten Anlagen in Betrieb.

Kunststoffe, Lacke oder Klebstoffe sowie viele wichtige Zwischenprodukte der chemischen Industrie werden immer noch vorwiegend aus Erdöl hergestellt. Doch weltweit arbeiten Chemieunternehmen daran, Erdöl durch nachwachsende Rohstoffe zu ersetzen. Im Labormaßstab funktionieren einige dieser neuen Verfahren, die ohne Lebens- und Futtermittel auskommen sollen, schon sehr gut. Die Nutzung nachwachsender Rohstoffe in industriellen Dimensionen ist allerdings selbst für große Unternehmen ein erheblicher finanzieller und technologischer Kraftakt. Auch kleine und mittlere Unternehmen scheitern bisher oft daran, ihre Produkte in die technische Anwendung zu bringen, obwohl sie im Labor bereits erfolgreich attraktive Produkte entwickelt haben. Dies wird sich mit dem neuen Fraunhofer-Zentrum für Chemisch-Biotechnologische Prozesse CBP ändern, das am 2. Oktober 2012 nach nur knapp zwei Jahren feierlich eröffnet wird.

Ehrengast ist Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel, die an diesem Tag den mitteldeutschen Cluster BioEconomy - mit dem Fraunhofer CBP als einem seiner Innovationszentren - besucht. Zentrales Anliegen des Clusters ist die Herstellung von Chemikalien, Materialien, Werkstoffen und Energie aus Holz. Der Cluster BioEconomy war Anfang des Jahres als Sieger in der dritten Runde des Spitzencluster-Wettbewerbs des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) ausgezeichnet worden.

"Das neue Fraunhofer-Zentrum für Chemisch-Biotechnologische Prozesse CBP schließt die Lücke zwischen Labor und industrieller Umsetzung bei der Nutzung nachwachsender Rohstoffe", sagt Professor Reimund Neugebauer, der am 1. Oktober 2012 sein Amt als Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft antrat. "Unsere produzierenden Unternehmen sind noch weitgehend von fossilen Rohstoffen abhängig. Mit regenerativen Rohstoffen können wir sowohl diese Abhängigkeit als auch die CO2-Emmissionen weiter reduzieren. Mit dem Fraunhofer CBP werden zudem Prozesse möglich, die vielfach rohstoff- und energieeffizienter als die petrochemischen Verfahren sind. Damit sind wir auf dem Weg zu einer nachhaltigen Chemie einen entscheidenden Schritt weitergekommen."

"Mit dem Fraunhofer-Zentrum für Chemisch-Biotechnologische Prozesse CBP entsteht am traditionellen Chemiestandort Leuna eine europaweit einmalige Plattform zur Entwicklung neuer Verfahren bis in produktrelevante Dimensionen mit direkter Anbindung an die chemische Industrie", erläutert Professor Thomas Hirth, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB in Stuttgart, der die Idee eines Prozesszentrums in technischen Dimensionen konsequent von der Idee bis zu seiner Realisierung verfolgte. Das Fraunhofer CBP wird gemeinsam von Wissenschaftlern der Fraunhofer-Institute für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB (Stuttgart) und für Chemische Technologie ICT (Pfinztal) betrieben. Nach der zweijährigen Aufbauphase sind bereits 19 Mitarbeiter am CBP tätig. "Am Fraunhofer CBP verknüpfen wir Chemie und Biotechnologie. Indem wir uns auf bisher wenig genutzte Holzarten wie Buchenholz, land- und forstwirtschaftliche Reststoffe oder auch Mikroalgen konzentrieren, gehen wir einen ersten Schritt hin zu einer Bioökonomie", erläutert Hirth, der den Spitzencluster BioEconomy wissenschaftlich koordiniert. "Das Zentrum in Leuna steht allen Kooperationspartnern für Forschung und Entwicklung zur Verfügung, um die Verarbeitung der nachwachsenden Rohstoffe zu erforschen und marktreife Produkte zu entwickeln."

Quelle: idw/Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik (IGB)




—> alle Nachrichten dieser Firma

Abonnieren:

Empfehlen: