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26.09.2012

Förderung: Forschungscampus InfectoGnostics soll marktreife Verfahren zur schnellen Vor-Ort-Analyse entwickeln


Wie das Bundesforschungsministerium (BMBF) am Dienstag, 25. September bekannt gegeben hat, erhält der Standort Jena eine Förderung in Höhe von bis zu 30 Millionen Euro zum Aufbau des Forschungscampus InfectoGnostics.

In den kommenden 15 Jahren arbeiten Partner aus Wissenschaft, Medizin und Wirtschaft zusammen, um neue Wege in der Diagnostik von Infektionserregern zu beschreiten. Ziel ist es, neuartige, marktreife Verfahren zur schnellen Vor-Ort- Analyse zu entwickeln.

Die Anwendungsfelder und Herausforderungen, mit denen sich der Forschungscampus konfrontiert sieht, sind vielfältig und anspruchsvoll. Der Einsatz schneller, sicherer und empfindlicher Vor-Ort-Analysesysteme geht weit über die Anwendung in Krankenhäusern hinaus. Das Aufspüren von Keimen in der Nahrungsmittelproduktion, in der Tierhaltung oder auch der Erregernachweis von Malaria und HIV in Entwicklungsländern und Krisengebieten zählt ebenso zu den Zielen von InfectoGnostics. Die Partner, neben der Universität Jena und ihrem Klinikum auch außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, wie das Institut für Photonische Technologien (IPHT), das Hans-Knöll-Institut sowie das Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik und führende Anbieter medizinischer Diagnostika und Analysetechniken, verfolgen dazu eine langfristige Forschungsstrategie. Bildung und Nachwuchsförderung sind ein zentraler Bestandteil.

Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse aus den Bereichen Optik und Photonik, Molekularbiologie und Mikrofluidik sollen schnell in anwendergerechte diagnostische und analytische Methoden überführt werden. "Die Forschungsarbeiten innerhalb des Forschungscampus orientieren sich an der Innovations- und Wertschöpfungskette und verknüpfen akademische mit industrieller Forschung", erläutert Eugen Ermantraut von der Alere Technologies GmbH, einem der Kernpartner, die Ausrichtung des Forschungscampus. "InfectoGnostics bündelt und verstärkt vorhandene Ressourcen, um das Forschungsfeld auf hocheffiziente Weise zu erschließen", ergänzt Prof. Dr. Jürgen Popp, Wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Photonische Technologien (IPHT) und Leiter des Instituts für Physikalische Chemie der Friedrich-Schiller-Universität Jena. "Der Erfolg ist ein weiterer Beleg dafür, dass die Kooperationsfreudigkeit am Standort ganz Jena voranbringt", ergänzt Prof. Dr. Klaus Dicke, Rektor der Friedrich-Schiller- Universität Jena.

Der Forschungscampus wird sein Domizil im neuen Zentrum für Angewandte Forschung (ZAF) der Universität am Max-Wien-Platz in Jena beziehen. Hier und im benachbarten Gebäude des Instituts für Physikalische Chemie stehen Infectognostics mehr als 1.200 Quadratmeter Labor- und Bürofläche zur Verfügung. "Mit dem Forschungscampus schaffen wir einen Ort, an dem sich Forscher aus unterschiedlichen Einrichtungen und mit vielfältigen Ideen treffen und zusammenarbeiten werden. So entsteht ein Nährboden, auf dem Produktkonzepte gedeihen können, die später von den beteiligten Unternehmen, möglicherweise auch Neugründungen, in Produkte umgesetzt werden", betont Ermantraut.

Das kommende Jahr soll genutzt werden, um die Forschungsstrategie weiter auszuarbeiten. Das Konzept muss anschließend noch einmal vom BMBF begutachtet werden, bevor InfectoGnostics die eigentliche Arbeit aufnehmen kann. "Ich bin mir sicher, dass wir diese letzte Hürde überwinden werden", zeigt sich Prof. Popp zuversichtlich.

Der Forschungscampus Infectognostics wird außer vom BMBF auch mit Mitteln des Freistaates Thüringen gefördert werden. Einen weiteren Teil des benötigten Etats finanzieren die beteiligten Partner aus Forschung und Industrie. In der Summe sollen in den kommenden 15 Jahren 111 Millionen in den Forschungscampus investiert werden.

Quelle: Universität Jena/Institut für Physikalische Chemie




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