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20.08.2012

Vorbeugende Tests etablieren sich als Schlüsselbereich im Europa-Markt für Gen-Tests und Screening-Dienste


Der europäische Markt für genetische Testverfahren und Screening-Dienste wird derzeit durch die wachsende Verfügbarkeit von Tests für ein erweitertes Gebiet von Krankheiten sowie von einem sich rasch ausdehnenden Pool potentieller Verbraucher angetrieben. Gen-Tests wurden aus dem Labor heraus in die Arztpraxis verlegt. Allerdings hat hierdurch der Fokus auf Qualität keine adäquate Aufmerksamkeit erhalten.

Laut einer aktuellen Studie von Frost & Sullivan, verzeichnete der Europa-Markt für genetische Testverfahren und Screening-Dienste in 2011 Umsätze in Höhe von 896,2 Millionen US-Dollar und wird im Jahr 2018 voraussichtlich 1.908,8 Millionen US-Dollar erreichen. Die Studie umfasst diagnostische Test- und Screeningverfahren, Verwandschafts- sowie vorbeugende Tests. Ein erhöhtes Bewusstsein, überwiegend aufgrund der weitverbreiteten Beratungsgruppen in Bezug auf Humangenetik und der Verfügbarkeit so genannter DTC-Gen-Tests (engl. direct to consumer tests) kurbeln die Marktaussichten weiter an.

"Die Nachfrage nach Gen-Tests erhält weiteren Auftrieb, wenn diese von einer ärztlichen Beratung sowie ordnungsgemäßen Rückerstattung begleitet werden," erläutert Frost & Sullivan Senior Research Analystin Divyaa Ravishankar. "Es gibt ein wachsendes Interesse an vorbeugenden Tests, welche daher als größter Wachstumsbereich der Gen-Tests allgemein betrachtet werden."

Genetische Testverfahren und Screening-Dienste sind der nächste große Fokus in der Molekular-Diagnostik. Der westeuropäische Markt für Molekular-Diagnostik verbuchte in 2011 Umsätze von 1.352,4 Millionen US-Dollar, und genetische Testverfahren trugen fast 66 Prozent der Umsätze bei.

Die Kosten für das Sequenzieren eines Genoms sinken mit neuen, effizienten Sequenzierplattformen der nächsten Generation. Dies schafft heftigen Wettbewerb um schnellere Durchlaufzeiten, hat jedoch eine positive Wirkung auf den Markt für Gen-Tests und Screening-Dienste.

Veränderungen im Hinblick auf Rückerstattungsverfahren in Europa zeichnen sich jedoch als Hauptproblem für Marktteilnehmer ab. Wenn Proben über internationale Grenzen hinaus versandt werden, können unzulängliche Rückerstattungsverfahren zu einer ungleichen Verfügbarkeit genetischer Testverfahren führen.

"Es gibt potentielle Lücken, die im behördlichen und normativen Rahmen existieren, welche aber angepackt werden müssen," warnt Frau Ravishankar. "Gegenwärtig gibt es keine gesetzliche Vorschrift zur Qualitätssicherung, insbesondere nicht für Diagnoselabors in verschiedenen Mitgliedsstaaten der EU."

Eine Akkreditierung und Zertifizierung für ein Labor anzufragen und zu bekommen, ist freiwillig, weshalb nur einige europäische Labors diese eingeholt haben. Außerdem werden die Definitionen von 'Akkreditierung' und 'Zertifizierung' immer noch nicht durchgängig in den EU-Mitgliedsstaaten akzeptiert.

"Einen Rahmen für Rückerstattungsverfahren zu definieren, die mit grenzüberschreitendem Austausch von Proben für genetische Testverfahren und Daten verbunden ist, ist entscheidend," meint Frau Ravishankar abschließend. "Für die Rückerstattung sollten ordentliche Gesetze eingeführt werden, wenn Proben in anderen Ländern getestet werden; hierfür wird eine gesamteuropäische Kooperation ausschlaggebend sein, um die grenzüberschreitende Arbeit zu optimieren."

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Quelle: Frost & Sullivan




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