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08.08.2012

Neue VDI-Richtlinie: Flammschutzmittel - Lebensretter oder Gesundheitsgefahr?


Bromierte Flammschutzmittel, insbesondere polybromierte Diphenylether (PBDE) und Hexabromcyclododecan (HBCD) werden seit Jahrzehnten zur Herabsetzung der Entflammbarkeit bei vielen Kunststoffen und Textilien eingesetzt. Im Fahrzeug- und Flugzeugbau, in elektrischen Geräten, Konsumgütern, Bauprodukten, Schaumstoffen, Verpackungsmaterialien und Möbelteilen finden sie als Additive breite Verwendung.

Auch Dekorstoffe wie Vorhänge und Gardinen, Freizeitausrüstung wie Zelte und Planen, Heimtextilien wie Teppichböden und Bettwäsche sowie (Schutz-)Kleidung sind flammhemmend ausgerüstet. Allerdings sind die Flammschutzmittel teilweise gesundheitsgefährdend. Sie emittieren aus den Produkten in die Innenraumluft bzw. im Rahmen der Entsorgung in die Umgebung. Die neue Richtlinie VDI 2464 Blatt 3 beschreibt eine Messmethode, die zum Ermitteln der Konzentration von polybromiertem Diphenylether (PBDE), Hexabromcyclododecan (HBCD) und Hexabrombenzol (HBB) in der Außenluft und der Innenraumluft dient.

Die aktive Probenahme der gasförmigen und partikelgebundenen Verbindungen erfolgt in einem System aus Filter und PU-Schäumen. Die Quantifizierung erfolgt nach gaschromatographischer Trennung entweder durch niederauflösende Massenspektrometrie (LRMS) oder durch die empfindlichere und selektivere hochauflösende Massenspektrometrie (HRMS), unter Verwendung von 13C-markierten internen Standards.

Herausgeber der Richtlinie VDI 2464 Blatt 3 ist die Kommission Reinhaltung der Luft im VDI und DIN. Die Richtlinie ist ab sofort beim Beuth Verlag in Berlin in deutsch/englischer Fassung erhältlich.

Quelle: Verein Deutscher Ingenieure (VDI)




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