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Nachrichten und Pressemeldungen aus Labor und Analytik

01.08.2012

Entsorgung von Plutonium-Altquellen aus DDR-Beständen erfolgreich abgeschlossen


Das Braunschweiger Kompetenzzentrum für Sichere Entsorgung GmbH (KSE), ein Tochterunternehmen der Eckert & Ziegler AG, hat die letzte Plutonium-Altquelle aus DDR-Beständen, die noch in Braunschweig-Thune umgepackt und vermessen wurde, an das amerikanische Nuklearzentrum in Los Alamos versandt. Damit wurde das Altquellen-Entsorgungsprogramm, das auf eine gemeinsame Initative der deutschen und amerikanischen Regierung zurückgeht, nach 15-jähriger Laufzeit erfolgreich und ohne Komplikationen abgeschlossen.

Bei den Plutoniumpräparaten handelt es sich um Kleinkapseln mit in der Regel nicht mehr als 50 g radioaktivem Material (etwa der Masse einer halben Tafel Schokolade). Sie wurden als Neutronenstrahler in der DDR routinemäßig im industriellen Bereich zu messtechnischen Zwecken oder im Bergbau eingesetzt. Nach der Wende bestand die Befürchtung, dass die Kapseln in falsche Hände geraten könnten. Aus diesen Grunde wurden in der letzten Dekade vom KSE im Auftrag der Behörden etwa 140 solcher Quellen eingesammelt, vermessen, in sichere Transportcontainer verpackt und peu-à-peu amerikanischen Regierungsstellen übergeben.

Eine Gefährdung für die Beschäftigten oder die Anwohner bestand bei dem Projekt zu keiner Zeit, genausowenig wie die theoretische Möglichkeit, im Rahmen des Vorhabens in irgendeiner Form Kernbrennstoffe in kritischer Masse zu akkumulieren. Die Sondergenehmigung, die die damalige rot-grüne niedersächsische Landesregierung dem Unternehmen erteilte, hatte ein solches Volumen nie vorgesehen, und der Betrieb, im Wesentlichen ein Hersteller von radioaktiven Krebsmedikamenten, hat prinzipiell kein Interesse an einer Ausweitung.

Wie bei ähnlichen Projekten zur Behandlung und Konfektionierung von schwach-radioaktiven Abfällen ließen sich bei dem Vorhaben wiederum keine messbaren Auswirkungen auf die Umwelt nachweisen. Formal gehören Plutonium-Kleinquellen zwar zu Kernbrennstoffen, aber die größten Gefahren, die von der Einsammlung der Quellen oder der Endlagerfertigmachung von schwach-radioaktiven Abfällen überhaupt ausgehen, liegen nicht in den physikalischen Eigenschaften, sondern im Angstfaktor. Eckert & Ziegler weist mit dem Abschluss des Projektes deshalb erneut darauf hin: Solange die Entsorgung von Abfällen sicher ist, gibt es keinen Grund, sich gegen eine Handhabung oder Bearbeitung in Braunschweig-Thune zu wenden, egal woher sie stammen. Niemand kann sich wünschen, dass solche Stoffe unsachgemäß behandelt werden oder gar liegen bleiben, insofern muss es auch Betriebe geben, die sich darum kümmern.

Die Eckert & Ziegler AG ist ein weltweit führender Hersteller von radioaktiven Produkten für die Krebsbehandlung und die nuklearmedizinische Bildgebung. Im Rahmen eines ganzheitlichen Ansatzes hat der Konzern von je her Rücknahmeketten für die sichere und vorschriftsgemäße Entsorgung seiner Produkte organisiert (Kreislaufkonzept). Aus diesen Aktivitäten heraus ist das Kompetenzzentrum für Sichere Entsorgung GmbH entstanden. Es bietet die Entsorgungsdienstleistungen und -beratungen auch Dritten an.

Quelle: Eckert & Ziegler Strahlen- und Medizintechnik AG




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