Unsere Seite auf

Nachrichten und Pressemeldungen aus Labor und Analytik

13.07.2012

Bündnis zur Stärkung der technischen Assistentenberufe in Naturwissenschaft und Medizin gegründet


Vertreter von fünf naturwissenschaftlich-technischen Organisationen haben sich jüngst im "Bündnis zur Stärkung der technischen Assistentenberufe (TA) in Naturwissenschaft und Medizin" zusammengeschlossen. Ziel des neuen Bündnisses ist es, die jetzige unangemessene Einordnung der TA-Ausbildung im Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR) wesentlich zu verbessern und die Ausbildung technischer Assistenten an Berufsfachschulen zu stärken. In den technischen Assistentenberufen sind rund 250 000 Arbeitnehmer tätig oder befinden sich in der Ausbildung.

Dem Bündnis gehören der Deutsche Verband technischer Assistenten in der Medizin e.V. (dvta), der Bundesverband Pharmazeutisch-technischer Assistenten e. V. (BVpta), der Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin in Deutschland (VBIO e.V.), der Verband Biologisch-technischer Assistenten e.V. (vbta) und die Arbeitsgruppe Berufliche Bildung in der Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V. (GDCh) an. Die Gründungsmitglieder kritisieren, dass technische Assistenten mit Qualifikationen aus Berufsfachschulen durch das zuständige Gremium, den Arbeitskreis DQR, in Niveau 3 beziehungsweise 4 des DQR eingeordnet wurden. Dies bescheinigt ihnen Kompetenzen in "einem noch überschaubaren und zum Teil offen strukturierten Lernbereich" (Definition des Niveaus 3 im DQR). Diese Einstufung spiegelt in keiner Weise die umfassenden und komplexen Kenntnisse, Fertigkeiten und Kompetenzen der technischen Assistenten wider, die in Forschung und Industrie verantwortliche Labortätigkeiten ausüben. Nach Ansicht des Bündnisses sollten technische Assistenten in Naturwissenschaft, Medizin und Pharmazie dem Niveau 5 des DQR zugeordnet werden.

"Es ist offenkundig, dass allein die Ausbildungslänge ausschlaggebend für die Entscheidung zur jetzigen Einstufung war", erläutert Christiane Maschek, Vorstandsmitglied des dvta und Leiterin der MTA-Schule Hannover. "Dieses Kriterium ist aber unzulässig, da es in der DQR-Matrix, welche die verschiedenen Niveaus im Detail beschreibt, gar nicht vorgesehen ist", erklärt Maschek weiter.

Das Bündnis setzt sich daher entschieden für eine Überarbeitung der unangemessenen Einstufung unter Berücksichtigung der komplexen Ausbildungsinhalte sowie der weit reichenden Kompetenzen dieser Berufsgruppe ein.

"Meine technischen Assistenten erfüllen im molekularbiologischen Labor komplexe Aufgaben, die hohe fachliche Kompetenz und Verantwortungsbewusstsein voraussetzen", so Prof. Wolfgang Nellen, Präsident des VBIO und Lehrstuhlinhaber für Genetik. "Nach Ansicht des VBIO ist es auf keinen Fall gerechtfertigt, die Ausbildung zum biologisch-technischen Assistenten auf einem so niedrigen DQR-Niveau anzusiedeln", so Nellen weiter. Gleiches gilt für die Ausbildung zum chemisch-, medizinisch- und pharmazeutisch-technischen Assistenten.

Das Bündnis zur Stärkung der technischen Assistentenberufe (TA) in Naturwissenschaft und Medizin warnt außerdem eindringlich vor den Konsequenzen der unangemessenen Einordnung im DQR. Diese stellt eine Abwertung der beruflichen Ausbildung zum technischen Assistenten dar, die dementsprechend an Attraktivität verliert. In einer Berufsgruppe, in der jetzt de facto Vollbeschäftigung herrscht, führt dies schlussendlich nur zu einem Fachkräftemangel.

—> weitere Informationen

Quelle: Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin in Deutschland (VBIO)




Abonnieren:

Empfehlen: