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05.07.2012

IUPAC-Preis an Professor Melanie S. Sanford für effizientere Synthesen und "grüne Prozesse" in der Chemie


Die Thieme Verlagsgruppe und die International Union of Pure and Applied Chemistry (IUPAC) verleihen den diesjährigen Thieme IUPAC-Preis an Professor Melanie S. Sanford. Die Chemikerin der Universität von Michigan erhält die Auszeichnung für ihre Grundlagenforschung, die entscheidende Voraussetzungen für neue Synthesewege in der organischen Chemie schuf. Ihre Forschung ermöglicht es unter anderem, Rohstoffe effizienter einzusetzen und den Energieverbrauch bestimmter Prozesse zu verringern. Der Thieme IUPAC-Preis gehört zu den wichtigsten Preisen für Nachwuchsforscher in der organischen Chemie.

Um Ausgangsmaterialien für die Feinchemie, pharmazeutische oder die agrochemische Industrie zu gewinnen, müssen Chemiker einzelne Bindungen zwischen Kohlenstoff und Wasserstoff (C-H) trennen. Die Katalyse der Reaktion gestaltete sich lange Zeit als schwierig, da C-H-Bindungen sehr stabil sind und viele Moleküle in der organischen Chemie gleich mehrere C-H-Bindungen haben. Professor Sanford und ihr Team waren führend an diesem wissenschaftlichen Durchbruch beteiligt.

Professor Sanford hat in den letzten Jahren Methoden entwickelt, mit denen in den Molekülen gezielt einzelne C-H-Bindungen aufgebrochen werden können. Diese sogenannte selektive Funktionalisierung von C-H-Bindungen gelingt mit Hilfe von Übergangsmetallen, die wie in der Natur chemische Reaktionen beschleunigen. Die Arbeitsgruppe der Preisträgerin hat auf diesem Gebiet in den letzten Jahren internationales Ansehen erworben.

Der Verlagsleiter von Thieme Chemistry, Guido F. Herrmann, wird den mit 5.000 Euro dotierten Thieme IUPAC-Preis am 3. Juli 2012 im Rahmen der 19. Internationalen Konferenz der organischen Synthesechemie (ICOS-19) in Melbourne, Australien, zusammen mit Vertretern der IUPAC an Professor Sanford übergeben. Der Preis dient der Nachwuchsförderung in der Chemie und wird alle zwei Jahre an einen Synthese-Chemiker unter 40 Jahren verliehen. Die Auswahl der Kandidaten und des jeweiligen Gewinners trifft eine unabhängige Jury.

Melanie Sanford wuchs in Providence im US-Staat Rhode Island auf. Nach ihrem Abschluss in Chemie (M.S. cum laude) an der Yale Universität wechselte sie 1996 an das California Institute of Technology, wo sie 2001 promovierte. Danach war sie als Post-Doctoral Fellow an der Princeton University tätig, bevor sie 2003 an die Universität von Michigan wechselte. Sie leitet dort ein Forschungslabor und ist seit Juli 2011 Arthur F. Thurnau Professor of Chemistry und seit Januar 2012 Moses Gomberg Collegiate Professor of Chemistry. Professor Sanford ist Beirätin verschiedener Fachzeitschriften und hat in den letzten Jahren zahlreiche Auszeichnungen erhalten.

Quelle: Thieme Verlagsgruppe


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