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14.06.2012

CHEMonitor: Deutsche Chemiebranche noch unbeeindruckt von Eurokrise


Allen Sorgen um die Eurozone zum Trotz hat sich die Zufriedenheit der deutschen Chemiemanager mit dem Standort Deutschland kaum eingetrübt - sie befindet sich immer noch auf dem zweithöchsten Wert seit dem Allzeithoch zu Jahresbeginn. Das geht aus dem aktuellen CHEMonitor hervor, dem Trendbarometer von CHEManager und der Strategie- und Organisationsberatung Camelot Management Consultants. Die überwiegende Mehrheit glaubt, dass das Umfeld auch in den nächsten Monaten positiv bleibt, ihr Umsatz und ihr Ergebnis weiter steigen und sie daher weitere Stellen schaffen und neue Investitionen tätigen werden. Allerdings wird die Eurokrise zu einer deutlichen Verlagerung von Investitionen innerhalb Europas zu Gunsten Deutschlands führen.

Eine generelle Verlagerung in die Schwellen- und Wachstumsmärkte steht aber nicht bevor: Abgesehen vom eigenen Land legen lediglich Nord- und Südamerika in der Gunst der deutschen Chemiemanager zu. "Die deutsche Chemieindustrie zeigt sich noch weitgehend unbeeindruckt von der Eurokrise", sagt Dr. Josef Packowski, Managing Partner der Strategie- und Organisationsberatung Camelot Management Consultants. "Die Zufriedenheit mit dem Standort Deutschland ist nach wie vor hoch und befindet sich sogar auf dem zweithöchsten Wert seit dem Allzeithoch der letzten CHEMonitor-Umfrage zu Beginn des Jahres. Ähnlich wie bei der Konjunkturentwicklung setzt sich Deutschland aber weiter vom Rest der Eurozone ab."

Die Einschätzung der Geschäftsentwicklung spiegelt die optimistische und selbstbewusste Einschätzung der deutschen Chemiemanager wider. "Etwa ein Drittel rechnet mit einer weiteren Verbesserung von Umsatz und Ergebnis um bis zu fünf Prozent, fast die Hälfte erwartet sogar eine noch deutlichere Steigerung", sagt Packowski. Mehr als ein Drittel der befragten Unternehmen befindet sich auf Wachstumskurs, nur ein Zehntel will in erster Linie Kosten senken. Die überwältigende Mehrheit der Unternehmensleiter setzt dabei auf organisches Wachstum - das ist der höchste Wert seit Start der Befragung 2007. Der Anteil der Unternehmen, die ausschließlich Unternehmenszusammenschlüsse und -übernahmen planen, ist praktisch auf null gesunken. "Die deutschen Chemieunternehmen sehen sich offensichtlich in der Lage, das angestrebte Wachstum aus eigener Kraft zu stemmen", sagt Packowski. "Diese äußerst positive Erwartungshaltung ist noch nicht durch die Eurokrise oder die allgemeine Konjunkturabschwächung getrübt."

Deutschland und Amerika steigen in der Gunst der Investoren

"Dazu passen auch die geplanten Investitionen", ergänzt Dr. Sven Mandewirth, Leiter des Kompetenzzentrums Chemicals bei Camelot Management Consultants. "Knapp die Hälfte der Chemiemanager will unverändert investieren, weitere vierzig Prozent wollen ihre Investitionsausgaben sogar steigern." Europa ist immer noch der bedeutendste Markt für die deutsche Chemieindustrie: Drei Viertel der Unternehmen, unabhängig von ihrer Größe, erzielen hier mehr als die Hälfte ihres Umsatzes. Zwei Drittel erwarten keine negativen Auswirkungen der EU-Schuldenkrise auf ihren Umsatz. "Allerdings legt der Standort Deutschland innerhalb Europas bei den geplanten Investitionen deutlich zu: Drei Viertel aller Chemiemanager wollen in Deutschland investieren - das sind fast genauso viele wie vor der Krise", sagt Mandewirth. "Die Bereitschaft in den anderen westeuropäischen Länder zu investieren nimmt dagegen deutlich ab: Wollten vor fünf Jahren noch mehr als zwanzig Prozent der deutschen Chemieunternehmen in den westeuropäischen Ländern außerhalb Deutschlands investieren, sind es jetzt nur noch vier Prozent." Je größer die Unternehmen sind, desto weniger wichtig ist für sie wegen ihrer stark globalen Ausrichtung tendenziell der europäische Markt: Die Mehrheit der Manager von kleinen und mittleren Unternehmen (87 Prozent) wollen ihre Investitionspläne für Europa (inklusive Deutschland) trotz der Eurokrise beibehalten oder sogar noch ausbauen, bei den großen Firmen sinkt dieser Anteil auf etwas mehr als die Hälfte (58 Prozent).

Eine generelle Verlagerung von Investitionen aus Europa heraus ist aber nicht zu erwarten: "Bei den geplanten Investitionen außerhalb Europas sind Nord- und Südamerika die klaren Gewinner, die Investitionen in Wachstumsmärkten wie China bleiben auf hohem Niveau konstant oder sind wie im Fall Indien sogar rückläufig. Das zeigt eine merkliche Verschiebung im Vergleich zu den Jahren vor der Krise, als Asien eine wesentlich größere Rolle spielte als Amerika", sagt Mandewirth. Bei der Einschätzung der drohenden Wachstumsrisiken sehen die befragten Entscheider steigende Rohstoffpreise mit Abstand als die größte Herausforderung (72 Prozent). Mandewirth: "Aktuelle politische Bedrohungen wie ein mögliches Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone oder eine militärische Eskalation des Irankonflikts spielen dagegen kaum eine Rolle."

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Quelle: Camelot Management Consultants




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