Unsere Seite auf

Nachrichten und Pressemeldungen aus Labor und Analytik

08.06.2012

Forschungsprojekt zur Mikrobiologie in Kläranlagen


Welche mikrobiologischen Vorgänge spielen sich in Kläranlagen ab? Dieser Frage geht ein neues Forschungsprojekt von Prof. Dr. Eberhard Aust an der Fakultät Angewandte Chemie und dem Umweltinstitut Neumarkt der Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg nach. Dafür untersucht er Mikroorganismen in den biologischen Stufen von Kläranlagen mit Hilfe der Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung. Die STAEDTLER Stiftung unterstützt das Forschungsprojekt, das im Juni 2012 startet und bis Ende Dezember 2013 läuft, mit 40.000 Euro.

"Unser besonderes Augenmerk gilt den so genannten anaeroben Ammonium-Oxidierern, die auch Anammox genannt werden, und zur Gattung der Planctomyceten zählen", erläutert der Projektleiter die Vorgehensweise. "Diese Bakterien wurden erstmals Ende der 1990er Jahre beschriebenen und bauen das im Abwasser enthaltene Ammonium in der Gegenwart von Nitrit zu molekularen Stickstoff ab."

Im Rahmen des Forschungsprojekts untersuchen die Forscher des OHM diese Mikroorganismen in den biologischen Stufen von Kläranlagen mit Hilfe der Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung. So soll das Wissen um die mikrobiologischen Vorgänge erhöht werden und der Zustand der entsprechenden Anlagen besser beschrieben werden.

"Wir vermuten, dass die Betriebsbedingungen in den Kläranlagen und die jahreszeitlichen Schwankungen der Umgebungsbedingungen großen Einfluss auf die Anreicherung bestimmter Organismen und die Beeinflussung ihrer Leistungsfähigkeit im Prozess haben", betont Prof. Dr. Eberhard Aust. "Die genauen Mechanismen sind allerdings noch unbekannt, da bislang sehr wenige Messdaten aus Kläranlagen vorliegen und Langzeitstudien zur Entwicklung der mikrobiologischen Zusammensetzung der Schlämme bislang fehlen." Genau diese Lücke soll das Forschungsprojekt nun schließen.

Darüber hinaus soll die Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierungs-Methode auch der Vertiefung des wissenschaftlichen Wissens über die verschiedenen Anammox-Arten dienen. Zum Beispiel könnte herausgefunden werden, welche Anammox-Arten in Konkurrenz um die Nahrungsgrundlage stehen, bzw. ob diese in Symbiose vergesellschaftet existieren.

Quelle: idw/Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg




Abonnieren:

Empfehlen: