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11.01.2012

Mehrere Tumormarker in Gewebeschnitten zeitgleich nachweisen


Ein Forscher-Team des HELIOS Klinikums Emil von Behring und der BAM haben ein neues Verfahren entwickelt, mit dem erstmalig mehrere nebeneinander vorliegende Tumormarker in Gewebeschnitten zeitgleich nachgewiesen werden können.

Tumormarker sind körpereigene Substanzen, deren erhöhte Konzentration auf einen Tumor hindeuten können. In dem neuen Verfahren werden zur Analyse von Tumormarkern Antikörper eingesetzt, die mit Metallen aus der Gruppe der Lanthanoide markiert sind. Die chemische Zusammensetzung der Antikörper wird in einem Element-Massenspektrometer sichtbar gemacht. Die Metallmarkierung spielt dabei eine entscheidende Rolle, denn dadurch ist eine zeitgleiche Analyse von mehreren (Metall)Nachweiskanälen möglich.

Derzeit werden die Tumormarker nacheinander getestet, um das Profil eines Tumors zu erstellen, das Basis für eine korrekte Diagnose ist. Über solch ein Profil kann herausgefunden werden, wie ein Tumor ausgelöst wird und wie er behandelt werden kann. Da die sukzessive Analyse von Tumormarkern mehrere Tage Zeit in Anspruch nehmen kann, erhoffen sich die Forscher, dass sie mit dem neuen Verfahren Diagnosen schneller und genauer stellen können. Ein weiteres, bereits greifbares Ziel der Entwicklungsarbeit ist außerdem die quantitative Diagnose - also die Angabe wie viel Tumormarker im Gewebeschnitt vorliegt, die derzeit nur durch eine subjektive Bewertung erhalten wird.

Zusätzlich werden heute bei der Tumoruntersuchung die Gewebeproben über deren Gestalt auf Zellebene beurteilt. Dazu wird im Mikroskop ermittelt, ob sich die Zellen verformt haben oder in andere Gewebeschichten gewuchert sind. Auch für diese Beurteilung hat das Team, erweitert um Forscher von der Humboldt Universität Berlin und vom Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU in Dortmund, ein neues Verfahren entwickelt. So ist ihnen erstmals gelungen, Zellkerne in Lebergewebe zu iodieren und einzelne Zellen und deren Zellkerne mit Hilfe der Massenspektrometrie sichtbar zu machen. Mit diesem Iod-Markierungsverfahren können Anomalien in der Zelle eines Tumormarkers, wie beispielsweise ein erhöhter Chromosomensatz, ermittelt werden.

Vollständiger Artikel: Anal. Chem., 2011, 83, 8177-8183

Quelle: Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM)




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