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Nachrichten und Pressemeldungen aus Labor und Analytik

24.04.2012

Terahertz-Video-Kamera vorgestellt


Neue Anwendungsmöglichkeiten in der Medizintechnik, der Sicherheitstechnik, im Automotive Bereich und der Kommunikationstechnik erhoffen sich Wissenschaft und Industrie seit langem von der bisher wenig erforschten Terahertzstrahlung (THz). Bilder aus dem THz-Bereich waren bisher nur mit aufwendigster Technik zu realisieren. Jetzt hat ein Team unter maßgeblicher Beteiligung Wuppertaler Forscher unter Leitung von Prof. Dr. Ullrich Pfeiffer, Fachgebiet Hochfrequenzsysteme in der Kommunikationstechnik, eine kompakte THz-Video-Kamera in CMOS-Technologie (Complementary Metal Oxide Semiconductor) realisiert.

"Die Kamera kann am USB-Port eines PCs betrieben werden und stellt damit eine in Zukunft kostengünstige Basis für vielfältige THz-Anwendungen dar", sagt Prof. Pfeiffer. Bisherige bildgebende Systeme müssen eine Szene mit einem 1-Pixel Detektor abscannen, um ein "Terahertzbild" zu erhalten oder mehrere Detektoren müssen aufwendig gekühlt werden, um elektronisches Rauschen zu minimieren. Mit der THz-Kamera der Wuppertaler Wissenschaftler um Prof. Ullrich Pfeiffer können weltweit erstmals Videos mit 25 Bildern pro Sekunde und 1024 Pixel Auflösung bei Raumtemperatur aufgenommen werden. "Das ist das heißeste Ding in der Terahertz-Technologieszene im Moment", sagt Dr. Peter Siegel vom NASA Jet Propulsion Laboratory (USA). Er ist Editor der Zeitschrift "IEEE Transactions on Terahertz Science and Technology" und gilt als "Guru" der Terahertz-Szene.

Die Kamera wurde erstmals Ende Februar auf der ISSCC (International Solid-State Circuits Conference) 2012 in San Francisco veröffentlicht. Dabei präsentierten die Forscher eine Live-Demonstration der Kamera. Die CMOS Kamera-Chips wurden beim Projektpartner STMicroelectronics in Crolles (Frankreich) gefertigt. Terahertzstrahlung liegt mit Wellenlängen kleiner als 1 Millimeter und größer als 0,1 Millimeter im elektromagnetischen Spektrum zwischen Radar- und Infrarotstrahlung. Sie ist medizinisch unschädlich, aber schwer zu erzeugen und nachzuweisen.

Quelle: idw/Universität Wuppertal




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