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Nachrichten und Pressemeldungen aus Labor und Analytik

18.04.2012

Neueste Technik gegen Gefahrstoffe: Analytische Task Force des Bundes einsatzbereit


Mehr als 2.000 Betriebe der chemischen Industrie arbeiten in Deutschland und auf den Straßen werden jährlich zirka 340 Mio. Tonnen Gefahrgüter transportiert. Beides sind mögliche Quellen für die Freisetzung chemischer Stoffe, die Menschen und Umwelt gefährden. So ist es notwendig und selbstverständlich, dass sich der Bevölkerungsschutz in Deutschland mit der chemischen Analytik befasst, um auf Schadenslagen vorbereitet zu sein und angemessen reagieren zu können. Dazu leistet der Bund einen wichtigen Beitrag.

Die Analytische Task Force (ATF) des Bundes zieht fünf Jahre nach Abschluss des Pilotprojektes eine positive Bilanz: Sieben Standorte decken aufgrund der Verteilung und des Einsatzradius das Gebiet der Bundesrepublik ab. Allein im Jahr 2011 gab es 180 Einsätze. Trotz hoher Sicherheitsstandards passieren in Deutschland jährlich ungefähr 25 größere Störfälle in Industrieanlagen, bei denen chemische Substanzen freigesetzt werden. Ebenso ereignen sich pro Jahr zirka 250 Unfälle mit Gefahrguttransportern. Für die betroffenen Einsatzleitungen der Feuerwehren ist es unerlässlich, schnell zu wissen, mit welchen Stoffen sie es zu tun haben, um Bürger schützen zu können. Die ATF kann von den Einsatzleitungen direkt angefordert werden oder über Vermittlung durch das Gemeinsame Melde- und Lagezentrum im BBK. Während der Fußballeuropameisterschaft 2008 unterstützten die ATF-Standorte Mannheim und Hamburg beispielsweise die Sicherheitsvorkehrungen in der Schweiz bzw. Österreich.

BBK-Präsident Unger: "Der Bund hat in den Aufbau, die Ausstattung und die Ausbildung im Rahmen der Analytischen Task Force annähernd 10 Millionen Euro investiert. Wir können hier ein sehr erfolgreiches Modell der Zusammenarbeit präsentieren: das Institut der Feuerwehr in Sachsen-Anhalt, das Landeskriminalamt in Berlin und die beteiligten fünf Feuerwehrstandorte Dortmund, Köln, Hamburg, München und Mannheim realisieren die Verbindung von Einsatzerfahrung aus dem polizeilichen und dem Feuerwehrbereich sowie wissenschaftlicher Expertise."

Das langfristige Ausstattungskonzept des Bundes soll den gewandelten Anforderungen des Zivilschutzes unter Berücksichtigung neuer Gefahren von nationaler Bedeutung gerecht werden und das Ehrenamt weiterhin stärken. Es entspricht den Anforderungen an einen effektiven ergänzenden Katastrophenschutz und setzt sich aus den Kernelementen für besondere Gefahrenlagen und den Unterstützungskomponenten zusammen. Letztere verstärken die fachliche Schlagkraft der Kernkomponenten des Bundes und sollen zugleich die quantitativen Strukturen des Ehrenamtes stärken und erhalten. Ziel ist insbesondere die schwerpunktmäßige Ergänzung des Katastrophenschutzes der Länder für Sonderlagen, insbesondere CBRN-Gefahren (CBRN = chemisch, biologisch, radiologisch und nuklear) und Massenanfall von Verletzten. Die Analytische Task Force ist eine der Kernkomponenten des Ausstattungskonzeptes des Bundes und Kernelement für die Bewältigung von CBRN-Lagen.

"Das nun im Regelbetrieb arbeitende Modell der ATF wollen wir in Zukunft erweitern und die so genannte Biologische Task Force (ATF-B) aufbauen." so Präsident Unger weiter.

Auch die Medizinischen Task Forces gehören zu den Kernelementen des Ausstattungskonzeptes. Sie kommen bei einem Massenanfall von Verletzten zum Einsatz. Zu deren Ausstattung gehört beispielsweise der Gerätewagen Sanität, von denen zirka 400 Fahrzeuge beschafft werden sollen.

Ein weiteres Beispiel sind neue Brandschutzfahrzeuge des Bundes. 190 dieser Löschgruppenfahrzeuge für den Katastrophenschutz (LF-KatS) im Wert von 237.000 Euro je Fahrzeug werden im Rahmen des Ausstattungskonzeptes des Bundes bis zum Jahr 2012 über das BBK an die Bundesländer ausgeliefert.

Quelle: Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK)


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