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19.12.2011

Deutscher Zukunftspreis 2011 für organische Halbleiter


Drei Forscher, ein gemeinsamer Erfolg: Die Dresdner Wissenschaftler Prof. Karl Leo (TU Dresden/Fraunhofer IPMS (COMEDD)), Dr. Jan Blochwitz-Nimoth (Novaled AG) und Dr. Martin Pfeiffer (Heliatek GmbH) erhalten für ihre gemeinsamen Erfolge bei der Erforschung organischer Halbleiter den Deutschen Zukunftspreis 2011. Bundespräsident Christian Wulff zeichnete sie am Abend des 14. Dezember 2011 in Berlin mit dem Preis des Bundespräsidenten für Technik und Innovation aus.

Den drei Wissenschaftlern ist es gelungen, organische Halbleiter fit zu machen für den Einsatz in verschiedensten Produkten. Damit schufen sie die Basis für innovative Anwendungen von Displays, Beleuchtung und Photovoltaik. Organische Halbleiter können künftig ganz neue Nutzungsmöglichkeiten der Elektronik eröffnen, die mit heute gebräuchlichen kristallinen Materialien wie Silizium nicht möglich sind. Der Vorteil organischer Halbleiter: Sie lassen sich vergleichsweise einfach und kostengünstig zu Elektronik-Produkten wie Transistoren, Leuchtdioden oder Solarzellen mit ungewöhnlichen Eigenschaften verarbeiten: als dünne, biegsame und transparente Folien fast beliebiger Größe.

Der Rektor der TU Dresden, Prof. Hans Müller-Steinhagen, gratuliert dem Team und sieht mit diesem Preis einmal mehr die Transferstrategie der TU Dresden, die auch ein Schlüsselthema ihres Zukunftskonzeptes ist, als Erfolgsgarant bestätigt. "Der Deutsche Zukunftspreis für die drei Dresdner Wissenschaftler beweist eindrucksvoll die Bedeutung des Wissenstransfers und der Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft in Dresden! Angefangen von der Idee und der Grundlagenforschung bis hin zur Ausgründung der Firmen Novaled AG und Heliatek GmbH aus der TU Dresden kann man hier die Entstehung neuer Produkte nachvollziehen. Ich freue mich sehr, dass dieses Konzept und das Zusammenwirken der drei Partner auch die Jury des Zukunftspreises überzeugt hat. Zugleich erfährt das Thema "Ressourcenschonung" mit der Verleihung des Deutschen Zukunftspreises eine besondere Wertschätzung."

Die Grundlagenforschung des Teams zur Organischen Elektronik begann vor 17 Jahren an der TU Dresden. Nach den ersten Forschungserfolgen startete man mit der angewandten Forschung am Fraunhofer IPMS und in den letzten Jahren entstanden hieraus zahlreiche erfolgreiche Ausgründungen in und um Dresden. Dadurch entstand Europas bedeutendstes Netzwerk zur Weiterentwicklung organischer Halbleiter. Das Team ist stolz auf diese Erfolgsgeschichte, die nun mit der Auszeichnung des Zukunftspreises gewürdigt wurde: "Wir freuen uns, eine so wertvolle Anerkennung für unsere Arbeit zu erhalten. Danken möchten wir allen Mitarbeitern, die geholfen haben, die organischen Halbleiter aus der Forschung an der TU Dresden heraus, über die Pilot-Fertigungsanlagen für OLEDs und Organische Solarzellen am Fraunhofer IPMS in die Industrie zu überführen. Wir wünschen uns, dass unser Beispiel andere Teams ermutigt, an sich zu glauben und gemeinsam Visionen zu verwirklichen!" meint Prof. Leo.

Die Organische-Elektronik kann entweder als OLEDs (organische LEDs) in Form von Displays und Leuchtmitteln zum Einsatz kommen, oder als OPV (organische Photovoltaik) in Form von biegsamen und leichten Solarmodulen. Bei OLEDs wird eine relativ geringe Energiezufuhr benötigt, um Licht zu erzeugen, und bei OPV-Modulen wird das Prinzip umgekehrt und das Sonnenlicht effizient in grünen Strom umgewandelt.

Die Ausgründung Novaled ist Weltmarktführer im Bereich OLED-Technologien und Materialien und beliefert internationale Displayfirmen zur Produktion von hocheffizienten farbbrillianten OLED-Displays, u.a. für Smartphones. Organische Leuchtdioden können aber auch als Lichtquelle sehr effizient sein, natürliches Licht abstrahlen und gleichzeitig die Umsetzung neuer Lichtkonzepte in Büros und Wohnräumen ermöglichen. "Unsere Vision sind ultraflache, große, langfristig sogar transparente und biegbare Displays und flächige Leuchten mit Technologien und Materialien von Novaled", so Dr. Blochwitz-Nimoth.

Während der Firma Novaled schon vor einigen Jahren äußerst erfolgreich der Markteintritt mit seiner Technologie gelungen ist, baut die Firma Heliatek gerade ihre erste Produktionsanlage auf, die weltweit einzigartig ist. Ab Mitte 2012 sollen in Dresden organische Solarmodule im ressourcenschonenden Rolle-zu-Rolle Verfahren gefertigt werden, mit denen die Erschließung von völlig neuen Anwendungsbereichen möglich wird. Dr. Pfeiffer veranschaulicht die neuen Einsatzmöglichkeiten: "Die semi-transparenten Module eignen sich hervorragend zur Integration in Fenster- oder Autoscheiben. Aufgrund der Leichtigkeit und Flexibilität der Module werden zusätzlich viele mobile Anwendungen denkbar und Dächer mit geringer Traglast können bald auch zur Sonnenstromgewinnung genutzt werden. Das war mit herkömmlichen Solarmodulen bisher undenkbar."

Das Potenzial der organischen Elektronik ist immens. Experten erwarten in wenigen Jahren weltweit einen Multi-Milliarden Dollar Markt. Das mit dem Zukunftspreis ausgezeichnete Dresdner Team hat diese Technologie entscheidend vorangebracht und beste Chancen maßgeblich von diesem schnellen Marktwachstum zu profitieren.

Quelle: Technische Universität Dresden




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