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Nachrichten und Pressemeldungen aus Labor und Analytik

28.11.2011

Wie verfügbar sind Spurenelemente in der Biogasanlage? Analyse mit sequentieller Extraktion soll gezielte Zugabe ermöglichen


Die Hochschule für Angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim/Holzminden/Göttingen (HAWK) und die ISF GmbH wollen mit der sequentiellen Extraktion (SqE) eine Methode aus der Bodenkunde auf den Biogasbereich übertragen, um die Bioverfügbarkeit von Nährstoffpräparaten zu überprüfen. Diese gezielter zu dosieren hieße, die Wirtschaftlichkeit der Biogasproduktion zu verbessern und den Anteil an Schwermetallen zu verringern, der mit den Gärresten wieder auf den Acker gelangt.

Das Vorhaben wird vom BMELV über dessen Projektträger, die FNR, gefördert.

Die SqE ist eine Methode, bei der ein zu untersuchendes Material in mehreren Schritten mit verschiedenen Extraktionslösungen behandelt wird. Die Nährstoffe werden dabei sukzessive aus der Probe gelöst und dann quantifiziert. Ihren Ursprung hat diese Methode in der Bodenkunde, wo sie der Analytik von Nährstoffen im Boden dient.

Die HAWK widmet sich in dem Projekt insbesondere der Anpassung der SqE auf den Biogasbereich. Sie wird sowohl Proben aus Versuchsanlagen als auch aus großtechnischen Biogasanlagen mit Hilfe der SqE untersuchen. Gemeinsam mit der ISF GmbH führt sie außerdem mit den extrahierten Fraktionen Aktivitätstests durch, um deren Bioverfügbarkeit zu bestimmen. Die ISF erarbeitet in der Folge Ansätze, diese Verfügbarkeit zu beeinflussen und entwickelt und testet schließlich entsprechend optimierte Spurenelementpräparate.

Hintergrund: Grundsätzlich enthält das Substrat im Fermenter bioverfügbare, nicht-bioverfügbare und solche Nährstoffe, die unter Umständen mobilisierbar sind. Die Bioverfügbarkeit hängt von verschiedenen Faktoren, etwa dem pH-Wert, der Temperatur, der Darreichungsform oder von der Anwesenheit von Komplexbildnern ab.

Viele Anlagenbetreiber verwenden heute Spurenelementpräparate, die der Versorgung der Mikroorganismen im Fermenter dienen, dosieren sie jedoch nicht gezielt. In Form des Gärrestes gelangen sie dann wieder auf den Acker und können sich dort anreichern. Eine genauere Kenntnis der Mengen und Verfügbarkeit von Spurenelementen bietet deshalb auch ein Beitrag zu einer ökonomischeren und umweltfreundlicheren Betriebsweise.

Quelle: idw/Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR)




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