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07.11.2011

Den Nanopartikeln auf der Spur: Neues Messgerät entwickelt


Nano liegt im Trend. Lacke, Medikamente, Trinkwasser - die Liste der mit Nanopartikeln durchsetzten Materialien ist lang. Und wird immer länger. Doch wie viel Nano verträgt der Mensch tatsächlich? Das Start-up Nanotion hilft mit seinem Messgerät, darauf eine Antwort zu finden.

An Innovationen mit Nano-Partikel fehlt es derzeit nicht. Mittlerweile gibt es Silber-Partikel gegen Schweißbakterien, Titandioxid-Partikel gegen zu starke Sonneinstrahlung oder Nanopartikel in Medikamentform gegen Tumore. Die Möglichkeiten der kleinen Teile scheinen unbegrenzt.

Dennoch gibt es eine Kehrseite der Medaille: Über die Gefahren ist bislang wenig bekannt. Das kann sich bald ändern, wie die Errungenschaft des Start-ups Nanotion zeigt.

Von der Forschung in die Industrie

Nanotion hat ein Messgerät entwickelt, das es erlaubt, mit einem Laser kleinste Teilchen in Flüssigkeiten nachzuweisen und zu quantifizieren. Eine Innovation - denn bislang war dies nur durch großen Zeitaufwand möglich. Entstanden ist die Idee während eines Forschungsprojekts, das Christopher Latkoczy als ETH-Chemiker für die Anstalt für Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gewässerschutz (Eawag) in Dübendorf durchführte.

Im Auftrag von Ralf Kägi, Leiter des Eawag-Partikellabors, baute er ein bereits bestehendes Messgerät für Nanopartikel nach, das nie den Weg in die Industrie gefunden hatte. Dabei entwickelten Latkoczy gemeinsam mit dem ETH und Eawag-Team das Gerät entscheidend weiter: Anders als beim alten Messverfahren gelang es ihnen mit dem Neuen dank einem physikalischen Effekt, die Messung auf ein paar Sekunden zu beschleunigen und die Art der Nanopartikel sicher nachzuweisen.

"Da ist die Idee entstanden, das Gerät von der Forschung in die Industrie zu überführen", sagt Latkoczy, der davor am Laboratorium für Anorganische Chemie der ETH angestellt war.

Um den Sprung in die Selbstständigkeit zu schaffen, reicht eine gute Geschäftsidee alleine jedoch nicht. Unternehmerisches Know-How ist gefragt. Das fehlte Latkoczy bis anhin. Also schrieb er sich an der ETH für den Businessplan-Kurs "venture challenge" von Venturelab ein. Dort lernte er den ETH-Materialwissenschaftler Bartjan den Hartogh kennen.

Zusammen gründeten sie 2010 die Nanotion AG, der als drittes Teammitglied der Softwareentwickler Tom Forrer angehört. Mit Erfolg. Beim Prix Du Jeune Entrepreneur erreichten sie das Finale. "Das war wichtig für uns", sagt Latkoczy rückblickend. Damit hätten sie gewusst, dass ihr Produkt eine Chance auf dem Markt haben würde. Zeit zum Verschnaufen blieb jedoch kaum: Noch im Gründungsjahr erhielten sie den De-Vigier-Unternehmerpreis.

Mittlerweile führt Nanotion mit dem Prototyp verschiedenste Messungen durch. So misst das Start-up im Auftrag von Trinkwasseranlagen die Größe und Konzentration von Nanopartikeln im Wasser, damit diese die Leistung ihrer Filter beurteilen können. Dabei soll es jedoch nicht bleiben.

Ihre Ziele sind klar: Analysen als Dienstleistungen anbieten, um so ein Kundennetzwerk aufbauen und das Messgerät den Bedürfnissen auf dem freiem Markt anpassen zu können. Zudem soll bald ein seriengefertigtes Gerät mit einem Stückpreis von rund 150.000 Franken auf den Markt kommen. Farben, Lacke, Pharmaprodukte und in der Krebsforschung - die Einsatzmöglichkeiten wären gewaltig.

Quelle: ETH Zürich




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