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27.01.2011

Isotopenforscher Walter Kutschera für Entwicklung der Beschleuniger-Massenspektrometrie ausgezeichnet


Am 19. Februar 2011 wird Walter Kutschera, emer. Professor für Physik an der Universität Wien, in Washington, D.C. zum Fellow der American Association for the Advancement of Science (AAAS) ernannt. Kutschera erhält diese Auszeichnung für seine Forschungsleistungen auf dem Gebiet der Beschleuniger-Massenspektrometrie. Nach langjährigem Aufenthalt am Argonne National Laboratory in Chicago hat er Österreichs einzige Anlage für Accelerator Mass Spectrometry (AMS) an der Universität Wien aufgebaut. Kutschera wurde darüber hinaus im Oktober 2010 für sein Lebenswerk der Erwin-Schrödinger-Preis der Österreichischen Akademie der Wissenschaften verliehen.

Mit der Ernennung zum Fellow der American Association for the Advancement of Science (AAAS) würdigt die renommierte akademische Gesellschaft Walter Kutschera, emeritierter Professor für Physik an der Universität Wien, für seine Arbeiten auf dem Bereich der Beschleuniger-Massenspektrometrie. Kutschera hat die "Accelerator Mass Spectrometry" (AMS) zu einem Instrument entwickelt, um damit Fragen in den Natur- und Humanwissenschaften zu beantworten. AAAS gibt die Zeitschrift "Science" heraus, die neben "Nature" zu den wichtigsten Journalen auf allen Gebieten der Wissenschaften zählt.

Was kann Beschleuniger-Massenspektrometrie?

AMS erlaubt es, ein Probenmaterial buchstäblich Atom für Atom zu zerlegen und die Atome eines Elements (Isotope) nach ihrer Masse zu sortieren. Dabei können winzigste Mengen von Spurenisotopen nachgewiesen werden. Insbesondere langlebige Radioisotope, also instabile Isotope, die durch die kosmische Strahlung immer neu erzeugt werden, lassen sich in äußerst geringen Konzentrationen nachweisen. Ihr Nachweis erlaubt es, physikalische und chemische Prozesse in vielen Bereichen der Umwelt und unterschiedlichsten Forschungsgebieten zu verfolgen: von der Archäologie (z.B. Altersbestimmung mit der C-14 Methode) über die Erdwissenschaften (z.B. Datierung von sehr altem Eis mit Be-10 und Al-26), die Biowissenschaften (z.B. DNA-Datierung mit dem C-14 Bomben Peak) bis hin zur Astrophysik (z.B. Suche nach Superheavy Elements in der Natur).

Aufbau der Istopenforschung in Österreich

Ende der 1970er-Jahre entstand in den USA als ein Spin-off der Kernphysik die Beschleuniger-Massenspektrometrie (AMS). Teilchenbeschleuniger, die ursprünglich für die Untersuchung von Kernreaktionen gebaut wurden, fanden damals als ultra-sensitive Massenspektrometer Verwendung. Walter Kutschera hat während seines langjährigen Aufenthalts in Chicago dieses Gebiet von Beginn an maßgebend mitgestaltet und ständig nach neuen Möglichkeiten der Anwendung gesucht. Im Jahr 1993 wurde der Isotopenforscher als Professor für Physik an die Universität Wien berufen, wo er Vorstand des Instituts für Isotopenforschung und Kernphysik wurde, die für Österreich einmalige AMS-Anlage, genannt VERA (Vienna Envrionmental Research Accelerator), aufbaute und bis 2008 leitete. Auch nach seiner Emeritierung forscht Walter Kutschera auf dem Gebiet der AMS weiter. Im Oktober 2010 wurde ihm für sein Lebenswerk von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften der Erwin Schrödinger-Preis 2010 verliehen.

Wissenschaftlicher Werdegang von Walter Kutschera

Walter Kutschera hat sich nach seinem Studium der Physik an der Technischen Universität Graz und der Universität Graz (Promotion zum Dr. phil. 1965) auf 27 "Lehr- und Wanderjahre" begeben. Von Beginn an hat er sich für die Anwendung von Kernphysikbeschleunigern für interdisziplinäre Untersuchungen interessiert, die wenig mit klassischen Kernphysikexperimenten zu tun haben. Seine beruflichen Stationen waren das Max-Planck-Institut für Kernphysik in Heidelberg, die Technische Universität München, die Universität von Tokio, das israelische Weizmann Institute of Science, die Hebrew University in Jerusalem und schließlich fast 15 Jahre das Argonne National Laboratory in Chicago.

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Quelle: Universität Wien




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