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13.09.2011

Start-up eADMET: IT-Lösungen für die gezielte Entwicklung neuer Medikamente


Das Helmholtz Zentrum München und sein Technologie-transfer-Partner Ascenion haben ein neues Start-up auf den Weg gebracht: die eADMET GmbH. Das Chemoinformatik-Unternehmen entwickelt und vermarktet innovative IT-Lösungen, um wichtige Eigenschaften neuer Medikamente vorherzusagen, u.a. physikalische und sogenannte ADME/Tox- ("wirkstoffähnliche") Charakteristika.

eADMET wird durch Mittel aus dem GO-Bio-Phase-II-Programm unterstützt und hat eine Seed-Finanzierung mit dem High-Tech Gründerfonds (HTGF) und Bayern Kapital abgeschlossen. GO-Bio ist ein Förderprogramm, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert und vom Projektträger Jülich koordiniert wird.

ADME/Tox steht für Absorption, Distribution, Metabolismus, Exkretion und Toxizität. Diese Eigenschaften sind mit ausschlaggebend dafür, ob eine neue Substanz als Wirkstoffkandidat in Frage kommt und müssen deshalb im Vorfeld der präklinischen und klinischen Entwicklung experimentell bestimmt werden. Ungünstige ADME/Tox-Eigenschaften sind der Hauptgrund für Fehlschläge in der Arzneimittelentwicklung und tragen wesentlich zu den 0,8 bis 1,7 Milliarden US-Dollar bei, die schätzungsweise die Entwicklung eines neuen Medikaments bis zur Marktreife kostet. Technologien, die schon früh eine zuverlässige Vorhersage der ADME/Tox-Charakteristika ermöglichen, sind deshalb seitens der biopharmazeutischen Industrie sehr gefragt.

"eADMET verbindet Bioinformatik mit Wirkstoffsuche. Mit seinen Dienstleistungen und Produkten liefert das Unternehmen Informationen, die es erlauben, bis zu zwei Drittel der erforderlichen Experimente einzusparen. Der Erfolg dieser Technologie belegt das Potenzial der Forschung am Helmholtz Zentrum München und zeigt, dass es uns gelingt, diese zum Nutzen der Gesellschaft in die Anwendung zu bringen", sagt Prof. Günther Wess, Wissenschaftlicher Geschäftsführer des Helmholtz Zentrum München.

Das zentrale Produkt von eADMET ist OCHEM, eine Internet-basierte Datenbank, die die molekularen Strukturen chemischer Substanzen mit ihren physikalischen und ADME/ Tox-Charakteristika verknüpft. Auf Grundlage umfassender Daten und exzellenter Algorithmen werden die voraussichtlichen Eigenschaften neuer Substanzen berechnet. Zur öffentlich zugänglichen Version steuern Chemoinformatiker aus aller Welt laufend neue Informationen bei, die dann mit aktuellen, allgemein zugänglichen Daten und der spezifischen Expertise von eADMET verknüpft werden. Die Vorhersagequalität von OCHEM ist deshalb ausgezeichnet und Konkurrenzprodukten überlegen, wie in unabhängigen Vergleichsstudien von der Industrie gezeigt wurde. Für Industrie-Kunden hat eADMET spezielle Software-Lösungen entwickelt, die die Anpassung an individuelle Anforderungen ermöglichen.

Die Technologie wurde am Helmholtz Zentrum München entwickelt und validiert. Finanziert wurden die frühen Entwicklungsarbeiten durch eine Phase-I-GO-Bio-Förderung. "Mit Hilfe dieser Mittel hat das Team die Datenbank zu einer zentralen Wissensplattform mit vielen Hundert Nutzern in der Community und maßgeschnei-derten Produkten für Industriekunden ausgebaut", kommentiert Christian Stein, Geschäftsführer von Ascenion. "Das war eine hervorragende Grundlage, um Investoren für eine Seedfinanzierung zu gewinnen. eADMET zeigt, dass ein engagiertes Team ein überzeugendes Konzept erfolgreich voranbringen kann, wenn es zum richtigen Zeitpunkt angemessen gefördert wird."

Seit mehr als fünf Jahren hat Ascenion eng mit Igor Tetko zusammen gearbeitet, dem Wissenschaftlichen Leiter von eADMET und Gruppenleiter am Helmholtz Zentrum München, der entscheidend zur Entwicklung von OCHEM beigetragen hat. Ascenion hat das Projekt strategisch und operativ unterstützt - von der Erstellung des Businessplans über die GO-Bio-Bewerbungen bis hin zum Abschluss der aktuellen Finanzierungsrunde. Ascenion hält Beteiligungen an dem Unternehmen und wird es weiterhin als Coach und Sparring-Partner begleiten.

"Wir schätzen die professionelle und umfassende Unterstützung durch den Technologietransfer und alle unsere Partner, einschließlich der Chemoinformatik-Community in Wissenschaft und Industrie", sagt Wolfram Teetz, Geschäftsführer von eADMET. "Gemeinsam haben wir eine perfekte Ausgangsposition geschaffen, um das kommerzielle Potenzial unserer Plattform auszuschöpfen." Das Unternehmen plant, seine Kundenbasis in der biopharmazeutischen und chemischen Industrie weiter auszubauen. Parallel dazu sollen weitere Umsätze durch Anzeigenkunden und maßgeschneiderte e-Commerce-Lösungen für Dienstleister im Bereich der chemischen Synthese erzielt werden. "Unsere Vision ist, OCHEM zur führenden Plattform für Informationen, Expertise und Dienstleistungen rund um Chemoinformatik und ADME/ Tox zu entwickeln", so Wolfram Teetz.

Quelle: Helmholtz-Zentrum München (HZM)




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