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Nachrichten und Pressemeldungen aus Labor und Analytik

30.08.2011

Stellungnahme zur Analytik und Toxizität von Pyrrolizidinalkaloiden


Pyrrolizidinalkaloide (PA) sind sekundäre Pflanzenstoffe. Aufgrund ihres gesundheitsschädigenden Potenzials sind sie in Lebensmitteln und Futtermitteln unerwünscht. Insbesondere bei bestimmten Honigen können in Abhängigkeit von der Herkunft höhere Gehalte an Pyrrolizidinalkaloiden auftreten. Nach Auffassung des BfR sind Anstrengungen nötig, um diese Belastung zu senken. Weiterhin wird empfohlen, Aufnahmen von PA durch Nahrungsergänzungsmittel, wie z. B. Produkte, die Pollen PA-haltiger Pflanzen enthalten, durch geeignete Maßnahmen zu vermeiden. Anlässlich der Verunreinigung einer Salatmischung mit Blüten und Blättern des Gemeinen Greiskrautes (Senecio vulgaris L.) hatte das BfR bereits in der Vergangenheit zu besonderer Sorgfalt bei Ernte und Zubereitung von Salat, Blattgemüse und Kräutern geraten.

Chemisch gesehen sind Pyrrolizidinalkaloide Ester aus einem 1-Hydroxymethylpyrrolizidin (Necinbase) und aliphatischen Mono- oder Dicarbonsäuren (Necinsäuren). In Abhängigkeit der Veresterung einer oder beider Hydroxylgruppen können Pyrrolizidinalkaloide als Monoester oder Diester vorliegen. Insgesamt sind mehr als 500 verschiedene Pyrrolizidinalkaloide und deren N-Oxide bekannt, die wiederum in rund 6000 Pflanzenspezies enthalten sein können. Zu ihnen zählen vor allem Pflanzen aus den Familien der Korbblütler (Asteraceae), der Rauhblatt- oder Borretschgewächse (Boraginaceae) und der Hülsenfrüchtler (Fabaceae oder Leguminosae). Angesichts der Vielzahl an Einzelsubstanzen ist die Datenlage zur Toxikologie, zur oralen Bioverfügbarkeit und zum Vorkommen der Pyrrolizidinalkaloide in Lebens- und Futtermitteln als lückenhaft anzusehen. Bekannt ist jedoch, dass Pyrrolizidinalkaloide hauptsächlich die Leber von Mensch und Tier schädigen können. Typisch ist hierbei das Auslösen einer Lebervenen-Verschlusskrankheit (VOD, veno-occlusive disease). In Versuchstieren zeigten Pyrrolizidinalkaloide aber auch krebsauslösende Wirkungen.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat auf Basis der vorliegenden Daten eine vorläufige Bewertung des gesundheitlichen Risikos von Pyrrolizidinalkaloiden in Lebensmitteln und insbesondere von Honig vorgenommen. Dabei waren sowohl die akuten als auch die chronischen toxischen Effekte zu berücksichtigen. Unter Berücksichtigung aller bisher vorliegenden Daten kommt das BfR zu dem Schluss, dass die Gesamtexposition des Verbrauchers mit gentoxischen und karzinogen wirkenden 1,2-ungesättigten Pyrrolizidinalkaloiden aus verschiedenen Lebensmitteln so niedrig wie möglich zu halten ist. Eine Tageszufuhr von 0,007 Mikrogramm (μg) ungesättigter Pyrrolizidinalkaloide je kg Körpergewicht (KG) sollte möglichst nicht überschritten werden.

Derzeit können nur einige wenige Pyrrolizidinalkaloide verlässlich in Lebens- und Futtermitteln bestimmt werden. Das BfR sieht daher Forschungsbedarf, um entsprechende validierte spezifische Nachweismethoden, aber auch Screeningmethoden für Pyrrolizidinalkaloide zu entwickeln, die in der Lebensmittel- und Futtermittelüberwachung der Länder und der Industrie einsetzbar sind.

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Quelle: Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)




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