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25.08.2011

Blutgerinnung besser verstehen


Wissenschaftler des Forschungszentrums Jülich sind an einer neuen Forschergruppe der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) zur Blutgerinnung beteiligt. Gemeinsam mit Naturwissenschaftlern und Medizinern aus Deutschland und Österreich verfolgen die Physiker das langfristige Ziel, die Diagnostik und Therapie von Blutgerinnungsstörungen, Thrombosen und Schlaganfällen zu verbessern. Die DFG fördert das Projekt mit rund 2,5 Millionen Euro für die kommenden drei Jahre.

Ein Schlüsselprotein der Blutstillung steht im Zentrum des Interesses der neuen DFG-Forschergruppe "Shear Flow Regulation of Hemostasis - Bridging the Gap Between Nanomechanics and Clinical Presentation". Der sogenannte Von-Willebrand-Faktor (VWF) reguliert im menschlichen Körper das Gleichgewicht zwischen Blutgerinnung und Verblutung. Wenn dieses Gleichgewicht gestört ist, können Krankheiten entstehen, zum Beispiel Thrombosen.

Um Struktur und Funktion des Von-Willebrand-Faktors besser zu verstehen, kooperieren in der neuen Forschergruppe Mediziner mit experimentell und theoretisch arbeitenden Biophysikern, Nanowissenschaftlern und Physiologen. Wissenschaftler aus elf Einrichtungen beteiligen sich daran, die Regulationsprozesse im Detail aufzuklären. Die Forschergruppe kooperiert außerdem mit Wissenschaftlern in den USA sowie mit Partnern aus der Industrie. Langfristig soll davon die Diagnostik und Therapie von angeborenen Blutgerinnungsstörungen, akuten Thrombosen oder Schlaganfällen profitieren.

"Wir werden in Jülich mithilfe von Modellen und Computersimulationen untersuchen, wie sich das Protein und andere Blutbestandteile in der Blutströmung verhalten und miteinander wechselwirken", erklärt Prof. Gerhard Gompper, Direktor am Jülicher Institute of Complex Systems und Institute for Advanced Simulations. "Dass theoretische Forscher gemeinsam mit angewandten Wissenschaftlern und klinisch tätigen Ärzten forschen, ist außergewöhnlich. Das bietet die große Chance, die Rolle des Von-Willebrand-Faktors bei der Blutgerinnung im Detail aufzuklären."

Quelle: Forschungszentrum Jülich




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