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26.07.2011

"ERC Starting Grant" für die Untersuchung von Protein-Protein-Interaktionen


Der Molekularbiologe Bojan Zagrovic von den Max F. Perutz Laboratories erhält den prestigereichen "ERC Starting Grant" des Europäischen Forschungsrates. Seine Forschungsvorhaben werden in den kommenden fünf Jahren mit rund 1,5 Mio. Euro finanziert. Somit sind bereits 16 ERC-Förderungen seit 2007 an Spitzenforscher der Universität Wien gegangen.

Die Förderung von grundlagenorientierter Pionierforschung ist einer der Schwerpunkte der Europäischen Union. Dafür wurde der Europäische Forschungsrat (European Research Council, ERC) geschaffen. Gefördert werden Forschungsprojekte mit hohem Potenzial für Innovationen; ein internationales Gutachtergremium mit renommierten Experten entscheidet über die Förderungswürdigkeit der Anträge. Den ausgewählten Forscher wird entsprechender Freiraum zur Verwirklichung ihrer Visionen zugestanden.

Bojan Zagrovic befasst sich mit der Frage, wie sich Biomoleküle in der Zelle finden und wie sie miteinander interagieren. Proteine wechseln ständig geringfügig ihre Gestalt, also müssen beide Bindungspartner darauf warten, dass sie zusammenpassen - der Prozess der "conformational selection". Wenn beide Partner bereit sind, binden sie sich aneinander und verändern ihre Form noch einmal durch die Interaktion, "induced-fit" genannt.

Zagrovic und sein Forschungsteam arbeiten in den kommenden fünf Jahren mit Rahmen des mit rund 1,5 Mio. EUR geförderten Projektes "Towards a quantitative framework for understanding protein-protein interactions: from specific effects to protein ecology" daran, anhand von Computersimulationen diese zwei Modelle zu einer ganzheitlicheren Theorie zu verbinden. "Klassische molekularbiologische Experimente unter dem Mikroskop oder mit Spektroskopie eignen sich hierfür nicht. Nur unter Verwendung leistungsstarker Server und komplexer Computersimulation ist es möglich, Proteine mit einer kleineren Auflösung als einem Angstrom zu berechnen. Interaktionen zwischen den sehr kleinen und schnellen Biomolekülen können dadurch auf der Ebene von einzelnen Atomen visualisiert und untersucht werden", so Zagrovic.

Quelle: Universität Wien




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