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Nachrichten und Pressemeldungen aus Labor und Analytik

30.05.2011

Fördermittel für die Entwicklung schnellerer Proteinnachweisverfahren


Viele Proteinnachweisverfahren, die heute in Kliniken oder medizinischen Laboren routinemäßig durchgeführt werden, bringen eine Reihe von Nachteilen mit sich: Krankheitsrelevante Proteine lassen sich erst spät im Krankheitsverlauf nachweisen oder der Nachweis braucht zu große Mengen an Blutproben. Leipziger Chemiker entwickelten hierfür einen neuen Ansatz: Dessen Weiterentwicklung in Forschung und Anwendung unterstützt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der GO-Bio-Initiative für die kommenden drei Jahre in Millionenhöhe.

"Proteine mit unseren Methoden spezifisch nachzuweisen und in der medizinischen Behandlung zu beobachten ist wichtig, weil so aktuelle Krankheitsgeschehnisse wie z.B. Krebs- oder Herzerkrankungen eindeutiger und früher beurteilt werden können. Damit können enstprechende Behandlungen zu einem früheren Krankheitszeitpunkt und damit möglicherweise erfolgreicher angeschlossen werden", erklärt Dr. Thole Züchner, Leiter der AG Ultrasensitive Proteindetektion am Institut für Bioanalytische Chemie (Fakultät für Chemie und Mineralogie, BBZ).

Ein Ziel seines Projektes ist es, diese Nachweisgrenzen für Proteine entscheidend zu verbessern. Ein Anwendungsbeispiel wäre ein Bluttest, bei dem es zukünftig möglich wäre, die Analyse in einem Blutstropfen durchzuführen, anstatt dem Patienten dafür größere Mengen Blut abnehmen zu müssen.

Ein weiteres Projektziel ist die Etablierung von sehr schnellen Proteinnachweisverfahren. "Stellen Sie sich die Situation eines Notarztes vor, der innerhalb kürzester Zeit wissen muss, ob ein Patient z.B. einen Schlaganfall erlitten hat. Hierzu existieren zwar bereits schnelle Proteinnachweisverfahren zur Diagnose, wir wollen und können diese Nachweisverfahren aber noch schneller und sensitiver machen", sagt Züchner. So hat sein Team erst kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift Analytical Chemistry veröffentlicht, dass es mit der neuen Technik gelingt, bereits 90 Sekunden nach Probennahme grundsätzlich ein spezifisches Protein nachzuweisen.. Im Verlauf der nun startenden dreijährigen Förderperiode sollen diese Verfahren weiter verfeinert und vor allem hinsichtlich der Nachweisgrenzen weiter verbessert werden.

Das Projekt mit dem Titel "Neue Proteindetektionsassays zur hochsensitiven point-of-care und Immundiagnostik" ist in das Institut für Bioanalytische Chemie integriert. Unter anderem werden die Arbeitsgruppen von Prof. Ralf Hoffmann sowie Prof. Norbert Sträter als zukünftige Kooperationspartner am Projekt beteiligt sein. Zukünftig werden u.a. vier promovierte Mitarbeiter sowie Doktoranden und technische Angestellte am Projekt mitwirken.

Quelle: idw/Universität Leipzig




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