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05.05.2011

Grünes Licht für neue EU-Forschungsinfrastrukturen


Die Forschungsminister und die Europäische Kommission haben grünes Licht gegeben für drei neue europaweite Forschungsinfrastrukturen im Bereich der Biowissenschaften. Diese neuen Großeinrichtungen werden dazu beitragen, Forschung und Innovation in gesellschaftlichen Kernfragen - wie Klimawandel, Gesundheit und Aufrechterhaltung einer ausreichenden und qualitativ hochwertigen Lebensmittelversorgung - voranzubringen. Die drei Projekte werden von verschiedenen Mitgliedstaaten und der EU gemeinsam finanziert. Sobald ihr Aufbau abgeschlossen ist, stehen sie Forschern aus der EU und in einigen Fällen auch Forschern aus Drittländern offen. Frankreich wird eine Infrastruktur koordinieren, die sich mit der Frage befasst, wie Ökosysteme auf eine veränderte Umwelt und Bodennutzung reagieren. Das Vereinigte Königreich wird die Einrichtung einer Infrastruktur zur Systembiologie koordinieren, die zu Anwendungen in der Pharmazie, im Gesundheitswesen und in der Landwirtschaft führen soll. Die dritte neue Infrastruktur, die in Frankreich und Deutschland entwickelt wird, soll den europaweiten Zugang zu Viren, Bakterien und Pilzen deutlich verbessern, die für die Erforschung von human- und pflanzenpathogenen Infektionen sowie für Forschungsarbeiten zur Biosicherheit benötigt werden. Diese Infrastrukturen sind Teil des heute veröffentlichten aktualisierten Fahrplans des Europäischen Strategieforums für Forschungsinfrastrukturen (ESFRI). Die Gesamtinvestition für deren Errichtung wird mit etwa 0,7 Mrd. EUR veranschlagt.

Máire Geoghegan-Quinn, EU-Kommissarin für Forschung, Innovation und Wissenschaft hierzu: "Die Bündelung nationaler und EU-Mittel für den Aufbau europaweiter Forschungsinfrastrukturen ist sinnvoller als nationale Alleingänge und ein Kernelement des Innovationsplans der EU. Diese gemeinsamen Anstrengungen ermöglichen Größeneinsparungen, steigern die Wettbewerbsfähigkeit der EU und sind kostengünstig für die Steuerzahler. Die Infrastrukturen für die Biowissenschaften, die wir heute ankündigen, können einen wichtigen Beitrag dazu leisten, einige der größten Probleme, mit denen wir konfrontiert sind, wie Klimawandel, Bedrohungen der menschlichen Gesundheit und unserer Lebensmittelversorgung, zu bewältigen".

Drei neue Forschungsinfrastrukturen für die Biowissenschaften

Biogeochemische Kreisläufe und die Biodiversität stehen im Mittelpunkt der Frage des Klimawandels und der Sicherheit der Lebensmittelversorgung. Die von Frankreich koordinierte Infrastruktur für Analysen und Versuche im Zusammenhang mit Ökosystemen ("Infrastructure for Analysis and Experimentation on Ecosystems" - ANAEE) soll es ermöglichen, der derzeitigen Fragmentierung der Ökosystemforschung in Europa entgegenzuwirken und einen koordinierten Satz von Versuchsplattformen für die Analyse, Ermittlung und Prognose von Reaktionen des Ökosystems auf Umweltveränderungen sowie geeignete Managementtechniken zu entwickeln. Mit diesem Projekt werden erstmals Großanlagen für die experimentelle Analyse und die Modellierung in der Ökosystemforschung in Europa zusammengebracht. Damit werden die Voraussetzungen geschaffen, um neue Erkenntnisse über die terrestrischen Ökosysteme und die potenziellen Auswirkungen des Klimawandels zu gewinnen. Die Infrastruktur wird ihre Tätigkeit 2015 aufnehmen. Die Kosten für Vorbereitung und Aufbau werden mit 210 Mio. EUR veranschlagt. Das Projekt wird von Einrichtungen aus 20 Mitgliedstaaten und assoziierten Ländern unterstützt.

Die vom Vereinigten Königreich koordinierte Infrastruktur für Systembiologie in Europa ("Infrastructure for Systems Biology-Europe" - ISBE) soll die Konvergenz der Biowissenschaften mit der Informationstechnologie und der Systemwissenschaft unterstützen. Insbesondere geht es hierbei darum, Verbindungen zwischen der Systembiologie und Spitzenforschern sowie Verzeichnissen zur Speicherung und Archivierung von Daten und Modellen herzustellen. Damit werden Forscher in die Lage versetzt, die Folgen der Interaktion biologischer Komponenten auf die Funktionsweise lebender Organismen zu untersuchen und Modelle zur Darstellung dieser Interaktionen zu schaffen. Die Systembiologie findet Anwendung in der Medizin, etwa bei der Entwicklung von Arzneimitteln, ist aber aber auch für die Landwirtschaft, Gesundheit und die Umwelt relevant. Die ISBE wird ihre Tätigkeit 2017 aufnehmen. Die Kosten für den Aufbau werden mit etwa 300 Mio. EUR veranschlagt. Organisationen aus 13 Mitgliedstaaten und assoziierten Ländern haben ihr Interesse an dieser Infrastruktur bekundet.

Die von Frankreich koordinierte EU-Forschungsinfrastruktur für mikrobielle Ressourcen ("EU Microbial Resource Research Infrastructure" - MIRRI), die in Frankreich und Deutschland entwickelt wird, soll den Zugang zu den besten mikrobiellen Ressourcen erleichtern, d. h. zu Viren-, Bakterien- und Pilzstämmen, die das wichtigste Ausgangsmaterial für die Biotechnologie sind. Dies wird sich spürbar auf die Forschung in den Sektoren Landwirtschaft, Lebensmittel, Gesundheit und Biotechnologie auswirken. Die Anwendungen reichen von der Erforschung von Pflanzenpathogenen im Hinblick auf Hygiene und Tiergesundheit bis zu Forschungsarbeiten zu Humanpathogenen und zur Biosicherheit. MIRRI wird die europäische Plattform für Mikroorganismen innerhalb des künftigen Globalen Netzwerks von Zentren für Biologische Ressourcen ("Global Biological Resource Centre Network" - GBRCN) aufbauen. Die Infrastruktur wird ihre Tätigkeit voraussichtlich 2014 aufnehmen. Die Gesamtkosten für den Aufbau werden mit etwa 190 Mio. EUR veranschlagt. Das Projekt wird von Einrichtungen aus 24 Mitgliedstaaten und assoziierten Ländern unterstützt.

Quelle: Europäische Kommission




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