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Nachrichten und Pressemeldungen aus Labor und Analytik

10.12.2010

Kinderspielzeug zu hoch mit Schadstoffen belastet


Kinderspielzeug in Deutschland ist mit viel zu hohen Konzentrationen an gefährlichen Schadstoffen belastet. Darauf hat die Leuphana Universität Lüneburg hingewiesen. "Die zulässige Mengen sowohl an polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) als auch an Schwermetallen liegen weit über dem vertretbaren Maß und sind unverantwortlich", warnt Prof. Klaus Kümmerer. Der Lüneburger Umweltwissenschaftler kritisiert damit die jüngste EU-Richtlinie zu den Sicherheitsanforderungen für Spielzeug scharf. Betroffene Kinder, die mit stark belastetem Spielzeug in Berührung kommen, würden nach seiner Einschätzung einer Gefahr ausgesetzt, die etwa dem Konsum von 40 Zigaretten nacheinander entspreche. Den Einsatz von zusätzlichen Duftstoffen hält Kümmererer sogar für "absolut überflüssig."

Mit der Richtlinie aus dem Jahr 2009, die jetzt in nationales Recht umgesetzt werden soll, will die EU Spielzeug sicherer machen und Kinder besser schützen. Nach Meinung des Lüneburger Wissenschaftlers kann das jedoch mit den derzeit gültigen Grenzwerten nicht gelingen. "Gerade die im Spielzeug enthaltenen krebsverursachenden PAK zeigten ihre Wirkung oft erst nach Jahrzehnten. Ein Zusammenhang zu der Vergiftung im Kindesalter sei dann nicht mehr nachweisbar. Kümmerer warnte auch vor unkalkulierbaren Risiken, die von Schwermetallen ausgehen: "Es gibt Grund zu der Annahme, dass diese Stoffe bei den Kindern zu Verhaltensauffälligkeiten führen können."

Gefährlich sind laut Kümmerer ebenfalls die zahlreich eingesetzten Duftstoffe in Spielzeugen. Von ihnen gehe ein hohes Allergierisiko aus. "Duftstoffe in Spielsachen dienen ausschließlich der Verkaufsförderung. Sie sind absolut überflüssig und sollten deshalb verboten werden", fordert der Experte.

Prof. Klaus Kümmerer leitet an der Leuphana Universität Lüneburg das Institut für Umweltchemie. Seine Professur für stoffliche Ressourcen ist neuartig in der deutschen Hochschullandschaft. Als einer der ersten deutschen Wissenschaftler beschäftigt er sich intensiv mit der Erforschung von Möglichkeiten einer nachhaltigen Chemie. Dabei geht es ihm vor allem darum, chemische Produkte so zu gestalten, dass sie nach ihrem Einsatz keine schädlichen Wirkungen auf die Umwelt haben.

Quelle: idw/Universität Lüneburg




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