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28.09.2010

Kautschuk ohne Allergiegefahr: Projekt zur biotechnologischen Produktion von Latex


Naturkautschuk ist synthetischem nach wie vor in vielen Einsatzgebieten deutlich überlegen. Doch gibt es ein Problem: Viele Menschen sind allergisch gegen einige der im Naturstoff enthaltenen Substanzen. Eine Lösung könnte Latex aus Zellkulturen des russischen Löwenzahns sein. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) fördert nun ein Projekt in dem Wissenschaftler der Technischen Universität München (TUM), der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) und der Phytowelt GreenTechnologies GmbH (PHY) einen Herstellungsprozess für allergenfreien Latex entwickeln wollen.

Als Hauptquelle für die Herstellung von Naturkautschuk dient derzeit der vom Kautschukbaum, Hevea brasiliensis, abgesonderte Milchsaft, so genannter Latex. Aufgrund stark allergener Eigenschaften einiger Begleitstoffe muss deren Einsatz vor allem in der Medizin immer weiter eingeschränkt werden. Synthetischer Kautschuk ist aufgrund seiner chemischen Eigenschaften zur vollständigen Substitution nicht geeignet. Eine Alternative hierzu könnte Kautschuk aus Zellkulturen des Russischen Löwenzahns, Taraxacum kok saghyz, bieten, dessen Kautschuk nachweislich keine allergischen Reaktionen auslöst.

Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) fördert nun ein von Wissenschaftlern der Technischen Universität München (TUM), der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) und der Phytowelt GreenTechnologies GmbH (PHY) initiiertes Forschungsprojekt, in dem ein biotechnologisches Verfahren zur Produktion von allergenfreiem Latex entwickelt werden soll. Das Projekt mit dem Titel LaKaZell wird im Rahmen 5. Antragsrunde des Förderschwerpunktes ChemBioTec mit 650.000 Euro gefördert. Ziel von ChemBioTec ist die Realisierung neuer nachhaltiger, biotechnischer Produktionsprozesse in der chemischen und pharmazeutischen Industrie mit Leuchtturmwirkung auf biotechnologische und chemische Innovationen in Deutschland.

In den vergangenen Jahren hat das Team um Professor Dirk Prüfer am Institut für Biochemie und Biotechnologie der Universität Münster bereits grundlegende Arbeiten zum Verständnis der Produktion von Latex und Kautschuk im Löwenzahn durchgeführt und publiziert. Im Verbundprojekt LaKaZell sollen nun nachhaltige und konkurrenzfähige Prozesse für die biotechnologische Herstellung von allergenfreiem Naturlatex und weiterer qualitativ hochwertiger Wirk- und Wertstoffe in Zellkulturen entwickelt werden.

Bisher ist jedoch nicht bekannt, wie die Pflanze den Latex-Saft genau produziert. "Markierungsexperimente mit stabilen Isotopen werden uns die Stoffwechselwege von einfachen erneuerbaren Kohlenstoffquellen hin zum Wertprodukt Latex aufzeigen," sagt Wolfgang Eisenreich. Sind diese Synthesewege bekannt, kann die Produktivität der Zellkulturen gezielt optimiert werden. Dritter im Bunde ist die Phytowelt GreenTechnologies GmbH, mit deren phytomining-Verfahren die Schlüsselenzyme der Kautschuksynthese identifiziert werden sollen.

Quelle: Technische Universität München




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