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15.09.2010

Joachim Sauer erhält Liebig-Denkmünze - Feierliche Preisverleihungen in Dresden


Anlässlich der 126. Versammlung der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte (GDNÄ) vom 17. bis 21. September 2010 in Dresden wird dem Berliner Chemiker Professor Dr. Joachim Sauer die Liebig-Denkmünze verliehen. Die Auszeichnung findet am 20. September in der traditionellen Festsitzung der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) bei GDNÄ-Versammlungen statt. Den Preis übergibt der GDCh-Präsident, Professor Dr. Michael Dröscher, der in Dresden zudem Dr. Henning Jessen, Dr. Alexander Titz und Dr. Timo Schmiederer mit dem Klaus-Grohe-Preis für Medizinische Chemie auszeichnen wird.

Joachim Sauer erhält die Liebig-Denkmünze für seine bahnbrechenden theoretischen Arbeiten zum Verständnis der Struktur und chemischen Reaktionen an Zeolithen und Übergangsmetalloxidaggregaten. Seine Arbeiten sind für die chemische Forschung und Produktion von großer Bedeutung; denn sowohl Zeolithe als auch Übergangsmetalloxide sind bedeutende industriell eingesetzte Katalysatoren, Vanadiumoxid beispielsweise für die Oxidation von Methanol zu Formaldehyd. So initiierte Sauer 1999, unterstützt von weiteren Wissenschaftlern aus den Berliner Universitäten und aus außeruniversitären Forschungseinrichtungen, den Sonderforschungsbereich SFB 546, "Übergangsmetalloxide", dessen Sprecher er von Beginn an war und ist. Dieser Sonderforschungsbereich war der Nukleationspunkt für die erfolgreiche Beantragung des Exzellenzclusters "Unifying Concepts in Catalysis", kurz "UniCat". Seit Beginn seiner wissenschaftlichen Karriere als theoretischer Chemiker war es Sauers Markenzeichen, dass er Kontakt zu experimentell arbeitenden Gruppen, auch außerhalb seiner Universität, suchte.

1949 in Hosena, Kreis Hoyerswerder, geboren, nahm Sauer nach dem Abitur und einer gleichzeitigen Ausbildung zum Chemielaboranten (beides mit Auszeichnung bestanden) im Jahr 1967 das Studium der Chemie an der Humboldt-Universität zu Berlin auf, das er 1974 als 25jähriger mit der Promotion und dem Prädikat "summa cum laude" abschloss. Zunächst widmet er sich dem theoretischen Studium von Aromaten, befasst sich dann aber nach mehrmonatigen Aufenthalten an der Universität Torun in Polen und am Heyrovsky Institut in Prag zunehmend mit nicht empirischen Rechenverfahren, die er ab Anfang der 1980er Jahre zur theoretischen Erforschung von Zeolithen nutzt. Mit seiner Habilitationsschrift von 1985 "Quantenchemische Untersuchungen aktiver Zentren und adsorptiver Wechselwirkungen von Siliciumdioxid- und Zeolithoberflächen" leistet er grundlegende Pionierarbeit zum Verständnis des Absorptionsverhaltens und der Katalyse an Zeolithen.

Von 1977 bis 1991 führte Sauer seine Arbeiten am Zentralinstitut für Physikalische Chemie der Akademie der Wissenschaften in Berlin durch, wobei er bereits vor der Wende einen sechsmonatigen Forschungsaufenthalt an der Universität Karlsruhe durchführen konnte. Nach der Wende nahm er neben seinen Berliner Verpflichtungen die Stelle eines "Deputy Technical Director" bei BIOSYM Technologies in San Diego (USA) an. Ab 1992 jedoch widmete er sich ganz der Arbeitsgruppe "Quanten-Chemie" der Max-Planck-Gesellschaft an der Humboldt-Universität, die bis 1996 bestand. Seit 1993 ist Sauer C4-Professor für Physikalische und Theoretische Chemie an der Humboldt-Universität.

Quelle: Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh)




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