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Nachrichten und Pressemeldungen aus Labor und Analytik

31.03.2010

Übergänge von Mineralöl aus Verpackungsmaterialien auf Lebensmittel


Karton für Verpackungen wird aus ökologischen Erwägungen zu einem großen Teil aus rezykliertem Altpapier hergestellt. Untersuchungen aus der Schweiz zeigen, dass Recyclingkartons hohe Mineralölanteile enthalten können. Ursprung der Mineralöle sind Druckfarben, wie sie üblicherweise im Zeitungsdruck verwendet werden. Werden Lebensmittel wie zum Beispiel Reis in derartigen Kartons verpackt, können Mineralöle aus dem Karton in größeren Mengen in das Lebensmittel übergehen. Wegen des hohen Anteils an Mineralölfraktionen mit kürzerkettigen und aromatischen Kohlenwasserstoffen sind derartige Kontaminationen von Lebensmitteln unerwünscht. Kürzerkettige Kohlenwasserstoffe werden vom Körper leicht aufgenommen, so dass bei häufigerem Verzehr derart belasteter Lebensmittel die toxikologischen Grenzwerte überschritten werden können. Aus tierexperimentellen Studien ist bekannt, dass Mineralölgemische mit niedriger Viskosität im Körper gespeichert werden und zu Ablagerungen und Schäden in der Leber, den Herzklappen und den Lymphknoten führen können. Aufgrund dieser Daten kam das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in seiner Bewertung zu dem Schluss, dass der Übergang von Mineralölen auf Lebensmittel dringend minimiert werden sollte.

Zur Reduzierung dieser Stoffübergänge war das BfR vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) um Übermittlung von Handlungsoptionen gebeten worden. Für Lebensmittel, die besonders leicht durch Mineralöle kontaminiert werden können, weist das BfR zum einen auf die Möglichkeit hin, über den Einsatz eines Innenbeutels den Stoffübergang aus dem Karton zu verhindern. Zum anderen ist für diese Lebensmittel auch die Verwendung von Kartons aus Frischfasern denkbar. Zudem sollte die Möglichkeit geprüft werden, die Zusammensetzung der im Zeitungsdruck verwendeten Druckfarben zu verändern und auf gesundheitlich bedenkliche Mineralöle zu verzichten. Dieser Vorschlag wird zusätzlich dadurch gestützt, dass eine Aufnahme von Mineralölen aus Zeitungsdruckfarben auch über den Hautkontakt erfolgen könnte.

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Quelle: Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)




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