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31.03.2010

Belastung von wildlebenden Flussfischen mit Dioxinen und PCB


Flussfische können mit Dioxinen und polychlorierten Biphenylen (PCB) belastet sein. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat aufgrund von Daten aus der Dioxin-Datenbank des Bundes und der Länder und der Datenbank des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) eine Bewertung des gesundheitlichen Risikos durch den Verzehr von Flussfischen vorgenommen. Im Einzelnen wurde festgestellt, dass Aale in der Regel höhere Gehalte an Dioxinen und PCB aufwiesen als andere Fischarten. Über die Hälfte (64 %) aller untersuchten Proben überschritten den in der EU gültigen Höchstgehalt von 12 pg WHO-TEQ (umfasst Dioxine und dioxinähnliche PCB) je Gramm Frischgewicht für Aal. Bei den Aalen mit Herkunftsnachweis lagen sogar 91 % der Proben über dem Höchstgehalt. Bis auf fünf Proben aus dem Bodensee lagen in allen untersuchten Süßwassergebieten die Mittelwerte der WHO-TEQ bei Aalen über den gesetzlichen Höchstgehalten.

Bei anderen Fischarten wurden nur in einzelnen Fällen Gehalte nachgewiesen, die weit über dem für diese Arten festgelegten Höchstgehalt von 8 pg WHO-TEQ je Gramm Frischgewicht lagen. Nach den dem BfR vorliegenden Daten überschritten 9 % der untersuchten Proben von Süßwasserfischen, mit Ausnahme der Aale, den Höchstgehalt.

Verzehr von fettreichem Fisch, wie zum Beispiel Aal, kann erheblich zur Aufnahme von Dioxinen und PCB beim Menschen beitragen. Ein häufiger Verzehr größerer Mengen derartiger Fischarten mit höheren Gehalten an Dioxinen und PCB sollte daher vermieden werden. Allerdings können Verbraucher auch bei einem Verzehr von Aal mit WHO-TEQ Gehalten unterhalb des geltenden Höchstgehaltes den Wert für die lebenslange duldbare wöchentliche Aufnahme (TWI) überschreiten. Dieser Wert gilt für die Aufnahme von WHO-TEQ aus allen Quellen.

Die in der vorliegenden Stellungnahme ausgewerteten Daten stützen die Empfehlungen des BfR aus früheren Stellungnahmen, dass zum Schutz von Verbrauchern mit einem hohen Verzehr an fettreichen Fischen auch bei Einhaltung von Höchstgehalten Verzehrsempfehlungen erforderlich sein können.

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Quelle: Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)




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