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03.03.2010

Internationale Verlagshäuser erreichen Gerichtsentscheidung gegen Veröffentlichungen unlizenzierter Publikationen


Sechs internationale Verlagshäuser haben eine einstweilige Verfügung gegen die schweizerische Rapidshare AG erwirkt und somit einen wichtigen Schritt dahingehend erreicht, dass Internetdienstleister dafür haftbar gemacht werden, dass sie das Einkommen von Autoren sowie die Grundlage für Verlage, qualitativ hochwertige Inhalte und Ressourcen entwickeln und darin investieren zu können, gefährden. Zu den Klägern gehören die Bedford, Freeman and Worth Publishing Group, LLC als Tochterunternehmen von Macmillan; Cengage Learning Inc.; Elsevier Inc.; John Wiley & Sons, Inc.; The McGraw-Hill Companies, Inc. und Pearson Education, Inc.

Im Urteil, das am 10. Februar 2010 von einem deutschen Gericht in Hamburg verkündet wurde und das seit dem 17. Februar 2010 rechtskräftig ist, wird angeordnet, dass Rapidshare Maßnahmen gegen den illegalen Datenaustausch der 148 urheberrechtlich geschützten Publikationen ergreifen muss, die in der Klage, welche am 04. Februar 2010 eingereicht wurde, angeführt wurden. Das Gericht entschied, dass Rapidshare die Website überwachen und sicherstellen muss, dass die urheberrechtlich geschützten Materialien nicht hochgeladen werden und dass die Nutzer der Website keinen unberechtigten Zugriff auf die Materialien haben. Bei Nichtbefolgung werden dem Unternehmen empfindliche Geldstrafen auferlegt. Rapidshare erhebt monatliche Beiträge von vielen der Nutzer und fördert das unberechtigte Einstellen von Inhalten mit einer Vielzahl an Vergütungssystemen.

Auch Jonathan Harbour, einem Autor und College-Professor, dessen Buch zum Thema PC-Spiele neben vielen anderen ohne Erlaubnis auf Rapidshare.com eingestellt wurde, war es wichtig, dass seine Publikation in die Klage einbezogen wurde. Er erklärte dies folgendermaßen: "Nachdem ich jahrelang an der Fertigstellung und dem Feinschliff meines Buches gearbeitet habe, ist es wirklich entmutigend zu sehen, dass es schon Tage nach der Veröffentlichung kostenlos von einer Internet-Tauschbörse heruntergeladen werden kann. Unternehmen wie Rapidshare erzielen erheblichen Gewinn, indem sie den Diebstahl von Publikationen anderer begünstigen, ohne einen Beitrag zu dem kreativen Prozess zu leisten oder die Autoren zu vergüten."

Harbour weiter: "Was mich wirklich beunruhigt, ist dass diejenigen, die urheberrechtlich geschützte Bücher von diesen Websites herunterladen, nicht realisieren, dass ihr Handeln strafbar ist bzw. dass es durch ihre Urheberrechtsverletzung auch Leidtragende gibt. In Wahrheit bestehlen diejenigen, die illegal Bücher herunterladen, einen der unsagbar vielen Kreativen bzw. Autoren, die keine Berühmtheit erlangt haben und sehr hart arbeiten müssen, um über die Runden zu kommen." Die Kläger haben in diesem Fall Rapishare vorgeworfen, ein solches Verhalten zu fördern, zu erleichtern und daraus zu profitieren.

Tom Allen ist CEO der Association of American Publishers und kommentierte das Urteil im Namen aller Kläger wie folgt: "Dieses Urteil ist ein sehr wichtiger Schritt. Es bestätigt nicht nur, dass der Austausch von urheberrechtlich geschützten Inhalten ohne Einwilligung gesetzeswidrig ist, sondern erlegt dem Datenbankanbieter, in diesem Fall Rapidshare, bei Nichtbefolgung eine empfindliche Geldstrafe auf. Dies kann als Warnschuss für andere gesehen werden, die online durch den Diebstahl von urheberrechtlich geschützten Publikationen profitieren wollen."

Allen führt weiterhin aus, warum ungehinderte Urheberrechtsverletzungen erhebliche Auswirkungen auf unsere gesamte Kultur haben könnten: "Wenn Autoren keinen Verdienst für ihre Arbeit erhalten, wird ihnen der Anreiz fehlen, überhaupt Bücher zu verfassen. Ferner ist es Verlegern dann nicht möglich, entscheidende Informationsquellen und Lernmittel zu entwickeln, die den Nutzern helfen, ihre akademischen und fachlichen Leistungen zu verbessern. Nicht nur Qualität und Glaubwürdigkeit würden darunter leiden, es wäre zudem eine fast unlösbare Aufgabe, qualitativ hochwertige Informationen von unseriösen und unglaubwürdigen zu unterscheiden. Wenn es dazu kommt, sind wir alle die Verlierer."

Quelle: Wiley-VCH




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