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Nachrichten und Pressemeldungen aus Labor und Analytik

03.11.2009

Mikrowelle gegen Materialfehler - neues Prüfverfahren soll industriell einsetzbar werden


Die Hochschule Magdeburg-Stendal (FH) hat Ende Oktober die Zusage für die zweite Förderphase für ein Forschungsprojekt auf dem Gebiet der zerstörungsfreien Prüfung erhalten. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert die Hochschule in den nächsten zwei Jahren mit einer Summe in Höhe von 1.737.269,00 Euro. Bereits während der ersten Förderphase wurde von den Magdeburger Wissenschaftlern ein Konzept erstellt, welches mit rund 100.000 Euro vom BMBF gefördert wurde.? "Die Hochschule Magdeburg-Stendal ist außerordentlich stolz auf die Einwerbung dieses ForMaT-Projekts - gerade auch deswegen, weil es Fachhochschulen tendenziell schwerer haben, erfolgreich bei Bundesforschungsprogrammen Berücksichtigung zu finden. Die Konkurrenz der forschungsintensiven Einrichtungen ist eben sehr groß", sagt der Rektor der Hochschule, Prof. Dr. Andreas Geiger.

Faserverstärkte Kunststoffe haben in den letzten Jahren in vielen Industriezweigen eine breite Anwendung erzielt. Beispielhaft sind hierbei die Luftfahrt und die Automobil- und Medizintechnik. Diese Materialien erhalten auf Grund vielfältiger Einsatzmöglichkeiten zunehmend den Vorzug vor traditionell angewandten metallischen Werkstoffen. Allerdings fehlen für diese Werkstoffe häufig noch geeignete Verfahren, um die einsatzspezifischen Anforderungen zu überprüfen. Mit der Bereitstellung solcher zerstörungsfreien Prüfverfahren könnten vielfältige neue Anwendungsmöglichkeiten für Faserverbundwerkstoffe erschlossen werden. Röntgen und Ultraschall sind aus der Medizinprüftechnik bekannt. "Das Mikrowellenprüfverfahren, so wie wir es entwickelt haben, ist für elektrisch isolierende Materialien am besten geeignet. Das sind beispielsweise Glas und Kunststoffe oder glasfaserverstärkte Kunststoffe", sagt Prof. Dr. Johann Hinken. Diese verstärkten Kunststoffe werden etwa in Rotorblättern bei Windkraftanlagen oder in den Frontteilen von Zügen verbaut. Dort gilt es zu prüfen, ob Fehler wie Hohlräume oder Risse bei der Herstellung im Produkt sind oder auch im Betrieb aufgetreten sind, zum Beispiel nach einem Blitzeinschlag innerhalb eines Rotorblattes. In Vorstudien hat sich das Mikrowellenverfahren bewährt, wenn Prüfungen durchzuführen waren, ohne den Werkstoff zerstören zu dürfen. Dieses Verfahren war in den letzten 20 Jahren allerdings eher ein akademisches Thema, gewinnt aber zunehmend an Bedeutung durch neue Werkstoffe. Die Zielstellung an der Hochschule ist es nun, diese Prüftechnik so vorzubereiten, dass sie industriell einsetzbar wird.

Die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Projektarbeit in den nächsten zwei Jahren sind an der Hochschule Magdeburg-Stendal besonders gut. Hier wird seit einigen Jahren erfolgreich auf dem Gebiet der Faserverbundwerkstoffe geforscht. (beispielsweise in Kooperation mit der FI Test- und Messtechnik GmbH, dem Zentrum für Faserverbunde Haldensleben ZFH oder am Kompetenzzentrum für Ingenieurwissenschaften/Nachwachsende Rohstoffe). Dies honorierte das BMBF nun mit der Auswahl des Magdeburger Projektvorschlages.

Quelle: idw/Hochschule Magdeburg-Stendal


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