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Nachrichten und Pressemeldungen aus Labor und Analytik

27.08.2009

Silikone als neue Schadstoffquelle im Kinderzimmer


Nach der wissenschaftlichen Analyse auf Schadstoffgehalte warnt das Hamburger Umweltinstitut e.V. vor dem Kauf von Silikonprodukten am Beispiel des als "Fluffy Ball" vermarkteten Kinderspielzeugs. Das Spielzeug wird in China produziert und enthält eine Vielzahl gesundheitsschädigender Substanzen.

Nicht nur das Ausgasen der Schadstoffe, die vom Konsumenten über die Atmung aufgenommen werden, sondern auch die Anreicherung der Chemikalien in der Muttermilch geben erheblichen Anlass zur Sorge. Zudem stellen das Strangulationsrisiko durch die lange elastische Kordel, an der der Ball befestigt ist, sowie die leichte Entflammbarkeit ein Sicherheitsrisiko dar.

Andere Länder haben bereits reagiert. Griechenland hat das schädliche Spielzeug im März 2009 vom Markt genommen. In Spanien und der Schweiz besteht sogar schon seit 2006 ein Importstopp und der Ball wurde behördlich verboten.

Die enthaltenen Organohalogene, Benzolderivate und Siloxane sind krebserzeugend, haben hormonähnliche Auswirkungen und besitzen eine hohe ökologische Relevanz. Pro Kilogramm des Produktes entweichen bis zu 10 Gramm an gesundheitsgefährdenden Substanzen, hierbei vor allem aliphatische Kohlenwasserstoffe sowie Xylol und Benzol. Aus diesem Grund ruft das Hamburger Umweltinstitut e.V. dringend dazu auf, das Spielzeug nicht zu kaufen und besser noch vom Markt zu nehmen.

"Es sollten langfristige Regelungen zu positiv definierten Inhaltsstoffen in Kinderspielzeug getroffen und festgelegt werden. Die Regelung der Europäischen Union zur Reduktion von Schadstoffen in Spielzeug sehe ich als unbrauchbar, da die meisten in den Produkten enthaltenen gefährlichen Substanzen nicht erfasst werden. Nicht das Ausgrenzen einzelner Schadstoffe, sondern die Auflistung (positive Definition) von ökologisch und gesundheitlichen unbedenklichen Inhaltsstoffen ist notwendig", fordert Prof. Dr. Michael Braungart, wissenschaftlicher Leiter des Instituts.

Quelle: Hamburger Umweltinstitut


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