Unsere Seite auf

Nachrichten und Pressemeldungen aus Labor und Analytik

10.06.2009

Max-Planck-Institut für Polymerforschung in Mainz feiert 25-jähriges Bestehen


Am 15. und 16. Juni 2009 feiert das Max-Planck-Institut für Polymerforschung in Mainz sein 25-jähriges Bestehen. Das Symposium "Polymer Research: Basic Science for Future Challenges" mit über 300 internationalen Teilnehmern beantwortet aktuelle Fragestellungen der Materialwissenschaft und blickt zurück auf ein Vierteljahrhundert herausragende Polymerforschung am Standort Mainz.

Im Rahmen der Festveranstaltung eröffnen die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Doris Ahnen, der Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, Professor Peter Gruss und der Präsident der Mainzer Universität, Professor Georg Krausch, das neue Max Planck Graduate Center mit der Johannes Gutenberg-Universität.

Das Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPI-P) zählt zu den weltweit führenden Forschungszentren auf dem Gebiet der Polymerwissenschaft.

Es wurde 1983 auf dem Campus der Johannes Gutenberg-Universität gegründet und nahm im Juni 1984 seine wissenschaftliche Arbeit auf. Durch seine Fokussierung auf so genannte weiche Materie und makromolekulare Materialien ist das Max-Planck-Institut für Polymerforschung mit seiner Forschungsausrichtung weltweit einzigartig.

Aus den anfänglich 40 Angestellten, die behelfsmäßig in Gebäuden der benachbarten Universität Mainz und des Max-Planck-Instituts für Chemie untergebracht waren, sind mittlerweile 550 Mitarbeiter aus über 40 Nationen geworden, die sich im Rahmen der Grundlagenforschung vor allem mit funktionalen Polymeren beschäftigen. Das sind beispielsweise Kunststoffe mit attraktiven optischen, elektrischen oder biologischen Eigenschaften. "Diese Materialien sollen künftig im medizinischen oder elektronischen Bereich, als Transportvehikel für Medikamente oder in der Photovoltaik, eingesetzt werden", so Professor Katharina Landfester, erste Frau im Direktorium des Instituts. Vom kreativen Design neuer Materialien über ihre Synthese im Labor bis zu ihrer physikalischen Charakterisierung und dem theoretischem Verständnis der Polymereigenschaften bündelt das Institut alle notwendigen Fachkompetenzen: "Unsere Arbeit ist deshalb nicht streng in Abteilungen, sondern fächerübergreifend organisiert", erklärt Professor Kurt Kremer, Geschäftsführender Direktor. "Mit dieser Organisationsstruktur waren wir in der Max-Planck-Gesellschaft von Beginn an Vorreiter", ergänzt Gerhard Wegner, einer der Gründungsdirektoren und emeritierter Professor. Diese Struktur des Instituts habe sich bis heute bewährt, da sie eine flexible interdisziplinäre Arbeit fördere und es wesentlich erleichtere, neue wissenschaftliche Fragen schnell aufzugreifen, so Kremer.

Das Institut verfügt über ein internationales Forschernetzwerk und zahlreiche Kooperationen mit Industrie und anderen Forschungseinrichtungen weltweit. Fast 6000 Publikationen in international renommierten Fachzeitschriften zeugen von der wissenschaftlichen Produktivität des Max-Planck-Instituts. "Viele dieser Publikationen entstanden aus nationalen und internationalen Kollaborationen und belegen die weltweite Vernetzung des Instituts", erläutert Direktor Professor Hans-Jürgen Butt. Die wissenschaftlichen Leistungen der Max-Planck-Forscher wurden mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Wissenschaftspreis des Stifterverbandes, dem Max-Planck-Forschungspreis, dem Philip-Morris-Forschungspreis, dem Leibnizpreis der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der Hermann-Staudinger-Medaille der GDCh und dem Bundesverdienstkreuz.

Im vergangenen Jahrzehnt wurden 13 Doktoranden mit der renommierten Otto-Hahn-Medaille der Max-Planck-Gesellschaft für ihre hervorragenden Dissertationen ausgezeichnet. Über 50 Wissenschaftler schlossen am MPI für Polymerforschung ihre Habilitation ab und haben Professuren an internationalen Universitäten inne.

Das wissenschaftliche Symposium "Polymer Research: Basic Science for Future Challenges" am 15. und 16. Juni setzt sich mit Herausforderungen und Ergebnissen der internationalen Polymerforschung auseinander. Hierfür haben sich über 300 internationale Wissenschaftler aus Industrie und Forschung angekündigt. Neben Professor Sir Richard Friend (University of Cambridge), Professor Krzysztof Matyjaszewski (Carnegie Mellon University) und Professor Helmuth Möhwald (Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung) werden auch die beiden Nobelpreisträger für Chemie Professor Richard Ernst von der ETH Zürich sowie Professor Robert H. Grubbs vom California Institute of Technology an der Veranstaltung teilnehmen.

Am 16. Juni 2009 wird Professor Kenneth B. Wagener, Chemiker an der University of Florida, vom Verein zur Förderung der Polymerforschung - Mainz e.V. für seine außerordentlichen Leistungen auf dem Gebiet der Polymerwissenschaft ausgezeichnet.

25 Jahre innovative Nachwuchsförderung

Die Ausbildung junger Wissenschaftler steht seit Institutsgründung an erster Stelle. Zirka 50 Nachwuchswissenschaftler schließen jährlich ihre Dissertation ab; insgesamt wurden seit der Gründung fast 600 Promotionen am MPI für Polymerforschung betreut.

Die International Max Planck Research Schools (IMPRS) der Max Planck Gesellschaft sind ein Graduiertenprogramm zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses in Zusammenarbeit mit deutschen Universitäten. Die Mainzer IMPRS for Polymer Materials Science (IMPRS-PMS) wurde als eine der ersten IMPRS im Jahr 2000 gegründet und ist ein Gemeinschaftsprojekt des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung und dem Fachbereich Chemie der Johannes Gutenberg-Universität. Das einjährige Austauschprogramm ermöglicht außerordentlich qualifizierten Studierenden zwölf Monate lang ein Forschungsprojekt am MPI-P und den entsprechenden Fachbereichen der Universität im Rahmen der Polymerwissenschaft durchzuführen. Im Rahmen der "Exzellenzinitiative" schlossen sich die IMPRS-PMS und die Graduiertenprogramme der Universität, POLYMAT und MATCOR, zusammen und eröffneten im April 2008 die Graduiertenschule MAINZ - MAterials science IN mainZ.

Durch die wissenschaftliche Kooperation der Universität Mainz, dem MPI für Polymerforschung und der Technischen Universität Kaiserslautern eröffnen sich auf dem Gebiet der Materialwissenschaften neue zukunftsweisende Forschungsansätze. Ziel von MAINZ ist es, hochqualifizierte Nachwuchsforscher aus aller Welt nach Mainz zu holen und ihnen eine herausragende Ausbildung für eine erfolgreiche Karriere in Wissenschaft, Forschung und Industrie zu ermöglichen.

Die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen der Johannes Gutenberg-Universität und den Mainzer Max-Planck-Instituten für Polymerforschung und für Chemie wird künftig auf eine neue institutionelle Grundlage gestellt: "Das Max Planck Graduate Center (MPGC) bietet mit seinem Fokus auf innovative, interdisziplinäre Forschungsfelder, die den Bogen von den Naturwissenschaften bis zur Medizin spannen, attraktive Möglichkeiten der wissenschaftlichen Ausbildung für herausragende Doktoranden", so MPI-P-Direktor Professor Hans Wolfgang Spiess, Mitinitiator und erster Sprecher des MPGC. Max-Planck-Wissenschaftler sind in der paritätisch besetzten gemeinsamen Prüfungskommission der Universität Mainz gleichberechtigt am Promotionsverfahren beteiligt. Max-Planck-Wissenschaftler sind künftig noch stärker in Lehre eingebunden, um die gemeinsame Leistung transparenter darzustellen. Auf der Promotionsurkunde erscheinen neben dem Siegel der Universität auch das Max-Planck-Logo sowie die Unterschrift der Leitung des Graduate Center. Die Max-Planck-Gesellschaft und die Johannes Gutenberg-Universität Mainz sind jeweils zu 50 Prozent beteiligt.

Quelle: Max-Planck-Gesellschaft




—> alle Nachrichten dieser Firma

Abonnieren:

Empfehlen: