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Nachrichten und Pressemeldungen aus Labor und Analytik

04.05.2009

Studie: Gesundheits- und Suchtgefahren durch Wasserpfeifen


Wasserpfeifen, auch bekannt als orientalische Tabakpfeifen, werden in weiten Teilen der Welt geraucht. Je nach Herkunftsland werden Wasserpfeifen als Shisha, Boory, Narghile, Arghile, Hookha, Goza, oder Hubble-Bubble bezeichnet. In den letzten Jahren hat die Verwendung von Wasserpfeifen in der östlichen mediterranen Region deutlich zugenommen, aber auch in Deutschland konsumiert ein Teil der Jugendlichen Wasserpfeifen. Vor diesem Hintergrund hat das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) die gesundheitlichen Risiken, die mit dem Rauchen von Wasserpfeifen einhergehen können, erneut bewertet. Das Institut kommt zu dem Ergebnis, dass ihr regelmäßiger Gebrauch kaum weniger schädlich ist als der regelmäßige Konsum von Zigaretten.

Von besonderer Bedeutung ist das Kohlenmonoxid im Wasserpfeifenrauch: Die Konsumenten nehmen erhebliche Mengen von diesem giftigen Gas auf, im Organismus bindet es vor-nehmlich am roten Blutfarbstoff Hämoglobin und kann damit den Sauerstofftransport behin-dern. Vor allem sind Schwangere und Personen mit Vorerkrankungen des Herz-Kreislaufsystem gefährdet. Dieser Personenkreis sollte nicht Wasserpfeife rauchen. Schwangere sollten sich auch nicht längere Zeit in sogenannten Shisha-Cafés aufhalten.

Nach langjährigem Wasserpfeifenkonsum wurden unter anderem Verschlechterungen der Lungenfunktion und ein erhöhtes Risiko für Tumorerkrankungen beobachtet. Die Nikotinkonzentration im Blut steigt beim Rauchen von Wasserpfeifen vergleichbar an wie nach Zigarettenkonsum. Nikotin ist verantwortlich für die Suchtwirkung. Die Nikotinaufnahme und die damit verbundene Suchtgefahr gehören nach heutigem Kenntnisstand - neben der bereits angesprochenen Kohlenmonoxidbelastung - zu den wichtigsten Problemen im Zu-sammenhang mit der Wasserpfeifennutzung. Um die Gesundheits- und Suchtgefahr quantifi-zieren zu können, werden weitere Untersuchungen zum Rauchverhalten in Deutschland be-nötigt. An der Entwicklung von standardisierten Verfahren zur Abrauchung und zur Bestim-mung der Schadstoffgehalte im Rauch von Wasserpfeifen wird derzeit im BfR geforscht.

Nach wie vor gilt, dass aus hygienischen Gründen bei gemeinschaftlicher Nutzung der Was-serpfeife Einmalmundstücke verwendet werden sollten. Das BfR hält den Vergleich der inhalierten Rauchvolumina von Wasserpfeifenrauchern und Zigarettenrauchern, wie er von einer WHO-Arbeitsgruppe vorgenommen wurde (WHO Study Group on Tobacco Product Regulation (TobReg) 2005), für irreführend. Aus Sicht des BfR ist nicht das inhalierte Rauchvolumen von Bedeutung, sondern die aufgenommene Schadstoffmenge.

Angesichts der großen Beliebtheit von Wasserpfeifen in Deutschland empfiehlt das BfR, Jugendliche nicht nur über die Gefahren aufzuklären, die mit dem Rauchen von Zigaretten verbunden sind, sondern auch über die des Rauchens von Wasserpfeifen.

Quelle: Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)




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