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28.04.2009

Hepatitis B-Impfstoff zum Billigpreis


Eine Infektion mit dem Hepatitis B-Virus stellt weltweit immer noch ein großes Problem dar: Mehr als zwei Milliarden Menschen sind infiziert und 350 Millionen leiden unter einer chronischen Hepatitis B. Eines der Länder, in denen Hepatitis B häufig vorkommt, ist Indien. In einer deutsch-indischen Kooperation haben Forscher vom Braunschweiger Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) nun eine neue Methode entwickelt, mit der eine große Menge Hepatitis B-Impfstoff besonders günstig gewonnen werden kann.

Ihre Ergebnisse veröffentlichte die Projektgruppe in dem freien Online-Wissenschaftsmagazin "Microbial Cell Factories". Die Informationen sind damit für jeden zugänglich und unterliegen nicht dem Patentrecht. "Wir haben diese Information in einem Open Access-Journal veröffentlicht und auf Patente verzichtet, sodass sie allen frei zur Verfügung steht", sagt Ursula Rinas vom HZI, die das Projekt auf deutscher Seite leitet.

Bis Anfang der 1980er isolierten Forscher aus dem Blut von Hepatitis B-Infizierten leere, nicht infektiöse Virushüllen, die zu einem Impfstoff aufbereitet wurden. Man erkannte bald: Für eine erfolgreiche Impfung reicht bereits die Gabe eines Bausteins der Virushülle. Im Labor wurde daraufhin der Baustein in der bekannten Bäckerhefe Saccharomyces cerevisiae künstlich hergestellt und in großem Maßstab isoliert. Der Hepatitis B-Impfstoff war damit der weltweit erste rekombinant hergestellte Impfstoff.

Für viele Menschen in ärmeren Ländern sind Medikamente zu teuer. Eine Anwendung des rekombinanten Hepatitis B-Impfstoffs scheitert in diesen Ländern an den Kosten. Ein weiteres Problem sind Patentrechte, die es für Jahrzehnte unmöglich machen, Medikamente nachzumachen und günstig zu vertreiben. Erst mit Ablauf eines Patents können diese sogenannten Generika billig hergestellt werden.

Die deutsch-indische Kooperation wollte nun einen neuen Hepatitis B-Impfstoff entwickeln, der auch die Menschen in ärmeren Ländern erreicht. Die Forscher versuchten, die Ausbeute an Viruspartikeln mithilfe eines anderen Produzenten zu erhöhen und damit die Kosten zu reduzieren. Sie stießen auf den Hefepilz Pichia pastoris und veränderten den Pilz so, dass er auf einem bestimmten Medium wachsend den Bestandteil der Virushülle produziert. Das Ergebnis freute die Forscher: "Mit einem Liter Hefekultur können wir rund 300.000 Impfdosen für Kinder herstellen. Das ist die höchste bisher bekannte Ausbeute für diesen Impfstoff und rund sieben Mal so viel wie bislang bekannt war", sagt Rinas.

In der Zukunft versuchen die Forscher mit dem gleichen System einen Impfstoff gegen das Dengue-Fieber herzustellen.

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Quelle: idw/Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI)




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