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08.04.2009

Gesellschaft Deutscher Chemiker feiert 60jähriges bestehen


Am 23. Mai 2009 feiert die Bundesrepublik Deutschland ihr 60jähriges Bestehen. Knapp vier Monate nach ihrer Gründung, am 20. September 1949, schlossen sich auch die bundesdeutschen Chemiker wieder zu einer Gesellschaft zusammen, der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh). Zu ihrem Vorsitzenden wählten sie bei ihrer Gründungsversammlung in München Professor Dr. Karl Ziegler, den späteren Nobelpreisträger.

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker hat es im Lauf der Jahre auf 28.604 Mitglieder gebracht, wobei ein Mitgliederzuwachs von knapp 3.000 Chemikern in den Jahren 1990/91 durch Beitritt ehemaliger Mitglieder der Chemischen Gesellschaft der DDR zur GDCh zu verzeichnen war. Außer Chemikern, Biochemikern, Lebensmittelchemikern, Wirtschaftschemikern, Chemielehrern, Chemie-Ingenieuren und Chemotechnikern sind auch andere Naturwissenschaftler oder naturwissenschaftlich-technisch Ausgebildete Mitglieder in der GDCh, und zwar 21.748 männliche und 6.595 weibliche - der "Rest" sind Firmen und Institutionen.

Zwischen 1945 und 1949 hat es in Deutschland bereits regionale Zusammenschlüsse der Chemiker gegeben, so die Gesellschaft Deutscher Chemiker in der britischen Zone, die im September 1946 in Göttingen gegründet wurde. Aber die GDCh kann auch auf die Tradition langjährig bestehender und starker Vorläuferorganisationen verweisen: die Deutsche Chemische Gesellschaft, die 1867 gegründet wurde, und den Verein Deutscher Chemiker, der seit 1887 bestand. Beide Gesellschaften gingen nach dem Zweiten Weltkrieg in der GDCh auf.

Die wichtigsten Tätigkeitsbereiche der GDCh sind die Organisation großer internationaler Kongresse, wie im kommenden Jahr beispielsweise der 3. Europäische Chemie-Kongress in Nürnberg, und bedeutender nationaler Tagungen, wie 2009 das Wissenschaftsforum in Frankfurt, sowie die Organisation von Fortbildungsveranstaltungen für Chemiker, Kaufleute und technische Mitarbeiter in der chemischen Industrie und -zunehmend wichtiger - von Chemielehrern. Von internationaler Bedeutung sind die wissenschaftlichen Publikationen der GDCh. Das Flaggschiff ist die Angewandte Chemie, eine Zeitschrift, die es seit 1888 gibt, die seit 1962 auch in einer englischen Ausgabe erscheint und die heute zu den weltweit angesehensten Fachzeitschriften in der Chemie gehört. Nicht minder wichtig sind die zahlreichen europäischen Chemiezeitschriften, die auf Anregung der GDCh in den vergangenen Jahren aus nationalen Zeitschriften heraus oder auch neu gegründet wurden und die von anderen chemiewissenschaftlichen Gesellschaften in Europa mitgetragen werden. Apropos Europa: Die GDCh ist die größte chemiewissenschaftliche Gesellschaft in Kontinental-Europa. Nur die britische Royal Society of Chemistry ist in Europa von der Mitgliederzahl her stärker.

Ein ganz wichtiges Thema für die GDCh ist die naturwissenschaftliche Bildung und Ausbildung, und zwar von der Grundschule bis zum Studium. Das zeigen neben gdch.de zwei weitere Webseiten, nämlich aktuelle-wochenschau.de und chemie-im-fokus.de, Broschüren wie "Chemie studieren" und die Broschürenreihe "HighChem hautnah", der Abiturientenpreis für Chemie, wissenschaftliche Austauschprogramme für Studierende und Doktoranden oder die Etablierung der Fachgruppe Chemieunterricht bereits vor knapp 40 Jahren.

Fachgruppen, das ist ein weiteres wichtiges Stichwort in der GDCh. Davon hat die GDCh 22, beispielsweise die Lebensmittelchemische Gesellschaft oder die Fachgruppe Bauchemie. In ihnen spielt sich das "wissenschaftliche Leben" ab. Hinzu kommen noch Sektionen, wie der Arbeitskreis Chancengleichheit in der Chemie oder die Vereinigung für Chemie und Wirtschaft, und Arbeitsgemeinschaften, wie die AG Chemie und Energie, die in diesem Jahr gegründet wurde. Auch an deutschen Chemiestandorten, sowohl den industriellen als auch den universitären, ist die GDCh präsent: mit 60 Ortsverbänden und 47 Jungchemikerforen, die zu Vorträgen oder Jobbörsen einladen oder Tage der Offenen Tür organisieren.

"Wir werden zwar älter und sind stolz auf unsere Traditionen, aber wir bleiben auch jung und am Fortschritt orientiert", so GDCh-Geschäftsführer, Professor Dr. Wolfram Koch. "Unser lebendiges Netzwerk nützt nicht nur unseren fast 29.000 Mitgliedern durch den in ihm stattfindenden intensiven Erfahrungs-, Gedanken- und Erkenntnisaustausch. Es nützt auch der Gesellschaft, der Politik wie den Bürgern. Das lässt sich ganz einfach an der Energieproblematik festmachen, für die Chemiker viele Lösungen parat haben oder daran intensiv arbeiten. Als gemeinnützige wissenschaftliche Gesellschaft sind wir für die Politik "unverdächtig", weil wir keine Verbandsinteressen durchsetzen möchten. Zum Wohle jedes Einzelnen hat die Chemie schon viel Nützliches - auch in Bezug auf Energie - eingebracht, man denke nur an hochwertige Benzine und Öle oder leicht und dennoch stabile Kunststoffe fürs Auto, an die immer besser werdenden Batteriesysteme oder an die große Herausforderung, die Sonnenenergie effizienter in Strom oder Wärme umzusetzen. Für unsere Zukunft tragen Chemiker eine hohe Verantwortung, und in der GDCh wollen wir das durch wissenschaftliche und gesellschaftsrelevante Diskussionen begleiten."

—> aktuelle-wochenschau.de

—> chemie-im-fokus.de

Quelle: Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh)




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