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Nachrichten und Pressemeldungen aus Labor und Analytik

06.11.2008

Effiziente Entfernung von Uranspuren aus dem Trinkwasser


Zumeist geologisch bedingt kommt Uran im Erdboden vieler Regionen Zentraleuropas vor. Über das Grundwasser gelangen Spuren davon in das Trinkwasser. Mit Uranex® bietet Veolia Water Systems Austria ein Ionenaustauschverfahren an, das dieses Schwermetall hoch selektiv aus dem Wasser entfernt, ohne die Eigenschaften des Wassers ansonsten zu verändern. In Hirschaid, einer Gemeinde in Nordbayern, wurde die erste großtechnische Anlage installiert. Viele Kommunen wie auch Unternehmen der Getränkeindustrie interessieren sich für dieses Konzept.

lmmer wieder sorgen Untersuchungen von Urangehalten im Wasser für Diskussionen über eventuelle Gegenmaßnahmen und über Grenzwerte. Derzeit empfiehlt die WHO einen Richtwert von 15 μg Uran pro Liter Trinkwasser, der nicht überschritten werden sollte. In Deutschland dürfen darüber hinaus Tafel- und Mineralwässer, die einen Gehalt von über 2 μg pro Liter aufweisen, nicht als "für die Herstellung von Babynahrung geeignet" gekennzeichnet sein. Weiterhin hat das Umweltbundesamt in Deutschland in 2005 einen gesundheitlichen Leitwert für Trinkwasser von maximal 10 μg pro Liter veröffentlicht. Vor diesem Hintergrund sind entsprechende Entwicklungsaktivitäten in der Wasseraufbereitung zu sehen. So ist vom Forschungszentrum Karlsruhe und ATC Dr. Mann e. K. ein geeignetes Verfahren entwickelt worden, das von Veolia Water Solutions & Technologies in Exklusivlizenz erworben und als Uranex ®-Verfahren zur großtechnischen Reife weiterentwickelt wurde. Es handelt sich dabei um eine Ionenaustauschertechnologie mit einem speziell entwickelten Adsorptionsmaterial.

Das Rohwasser tritt von oben in den Austauscherfilter ein und durchläuft diesen im Abstrom. Das Produktwasser mit dem erheblich verminderten Urangehalt, das in seiner übrigen Zusammensetzung unverändert bleibt, verlässt den Filter unterhalb des Düsenbodens.

Im Rahmen verschiedener Projekte wurde ein intensiver Probebetrieb im kleintechnischen Maßstab durchgeführt. Die erste großtechnische Anwendung des Verfahrens, das in Deutschland als erstes dieser Art vom Umweltbundesamt zugelassen wurde, erfolgte im nordbayerischen Hirschaid. Nachdem geringe Spuren des Schwermetalls im Brunnenwasser gefunden wurden, entschied sich die Gemeinde für die Installation einer Uranex® Anlage. Kernstück ist die Adsorptionsstufe mit dem uranselektiven Material, das in einen Stahlbehälter eingefüllt ist und im Abstrom mit einem Durchsatz von üblicherweise 32,4 bis maximal 57,6 m3/h (entsprechend 9 bis 16 l/s) betrieben wird. Die Anlage wurde im November 2007 in Betrieb genommen. Alle mikrobiologischen Proben während des Testbetriebs waren einwandfrei, die Uranwerte lagen im Rohwasser bei 37 μg/l, im Reinwasser bei weniger als 1 μg/l.

Daraufhin startete Anfang Dezember 2007 der Netzbetrieb zur Versorgung der Hirschaider Bevölkerung mit einwandfreiem Trinkwasser. Die Standzeit des Materials bis zum Austausch liegt je nach Anlagendurchsatz bei voraussichtlich mehreren Jahren. Nach dieser Zeit tauscht Veolia Water Solutions & Technologies das Material aus, entsorgt es ordnungsgemäß und füllt neues ein. Diese Technik, die wegen des automatisierten Betriebs einen geringen Bedienaufwand erfordert, lässt sich einfach mit bestehenden Aufbereitungsverfahren kombinieren und an wechselnde Wasserqualitäten sowie Durchflussmengen anpassen.

Quelle: Veolia Water Systems Austria


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