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26.09.2008

2007 wurden 6,9 Millionen Liter wassergefährdende Stoffe bei Unfällen freigesetzt


Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, registrierten die zuständigen Behörden im Jahr 2007 in Deutschland 2 211 Unfälle mit wassergefährdenden Stoffen. Insgesamt wurden dabei 6,9 Millionen Liter wassergefährdende Substanzen freigesetzt. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Rückgang von 2,6 Millionen Litern (27,4%) - das entspricht etwa 200 gefüllten Tanklastern. Gleichzeitig stieg die Anzahl der Unfälle im Vergleich zum Vorjahr leicht an (1,7%). Zu berücksichtigen ist jedoch dabei die Zufälligkeit des Unfallgeschehens und die damit freigesetzte Stoffmenge, die in den einzelnen Berichtsjahren stark schwankt.

Durch Maßnahmen wie Abdichten schadhafter Behälter, Aufbringen von Bindemitteln, Einbringen von Sperren in Gewässern oder Löschen etwaiger Brände konnten im Berichtsjahr 2,7 Millionen Liter wassergefährdende Stoffe wiedergewonnen werden. Dies ergab eine Wiedergewinnungsrate von 39,2% (2006: 41,4%). Rund 4,2 Millionen Liter der wassergefährdenden Substanzen - dies entspricht 60,8% der insgesamt freigesetzten Mengen - belasten dauerhaft den Wasserhaushalt, weil sie weder wiedergewonnen noch einer geordneten Entsorgung zugeführt werden konnten. Sie führten hauptsächlich zu Verunreinigungen des Bodens und teilweise zu Mehrfachbelastungen des Wasserhaushaltes, aber auch zu Verschmutzungen von Kanalnetzen und Oberflächengewässern.

Knapp 65% der Unfälle (1 428) ereigneten sich bei der Beförderung wassergefährdender Stoffe. Die meisten dieser Schadensfälle (1 313) traten beim Transport mit Straßenfahrzeugen auf, dabei wurden rund 458 000 Liter wassergefährdende Substanzen freigesetzt. Überwiegend handelte es sich um Mineralölprodukte (63,8%). Rund 37,0% dieser Unfälle wurden durch menschliches Fehlverhalten verursacht, weitere 31,5% sind auf Materialfehler, zum Beispiel Mängel an Behältern und Verpackungen, zurückzuführen. 2007 ereigneten sich 65 Schiffsunfälle mit wassergefährdender Ladung, dabei gelangten 237 500 Liter dieser Schadstoffe in Oberflächengewässer, insbesondere in Rhein und Ems. Im Vorjahr wurde eine vergleichsweise niedrige Menge (77 700 Liter) bei dieser Beförderungsart erfasst.

Beim Umgang mit wassergefährdenden Stoffen ereigneten sich 783 Unfälle in gewerblichen und privaten Anlagen, davon 602 in sogenannten LAU-Anlagen (Lagern, Abfüllen und Umschlagen). Hierbei gelangten 4,9 Millionen Liter Schadstoffe in die Umwelt. Es handelt sich dabei überwiegend um Jauche-, Gülle- und Silagesickersaft-Unfälle (4,6 Millionen Liter). Diese Stoffe sind nicht in Wassergefährdungsklassen eingestuft, bringen jedoch wegen ihrer großen Mengen ein beträchtliches Gefährdungspotenzial mit sich.

Quelle: Statistisches Bundesamt




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