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Nachrichten und Pressemeldungen aus Labor und Analytik

23.01.2008

Deutsche Unternehmen stehen bei F&E-Ausgaben auf der Bremse


Forschung und Entwicklung (F&E) rückt verstärkt in den strategischen Fokus der weltweit führenden Unternehmen. Das belegt die aktuelle "Global Innovation 1000"-Studie der internationalen Strategie- und Technologieberatung Booz Allen Hamilton. Diese untersucht die F&E-Budgets und -Strategien der 1.000 Unternehmen mit den höchsten F&E-Ausgaben. Erstmals seit fünf Jahren schlossen die Wachstumsraten der Ausgaben für F&E zu denen der Umsätze auf. So stiegen 2006 die kumulierten F&E-Ausgaben der untersuchten Konzerne um 10% auf den Rekordwert von 447 Mrd. US$. "Die deutsche Industrie steigerte dagegen ihre F&E-Ausgaben lediglich um 4,3%. Damit steht sie im internationalen Vergleich beim Thema Innovation eher auf der Bremse als dem Gaspedal", konstatiert Dr. Thomas Goldbrunner, Mitglied der Geschäftsleitung bei Booz Allen Hamilton. "Zudem ist seit 2003 das Verhältnis von F&E-Ausgaben zu Umsatz konstant von 4,8% auf 4,1% in 2006 gesunken." US-Firmen senkten im Vergleich dazu das Verhältnis der F&E-Ausgaben zum Umsatz nur von 5,1% in 2003 auf 4,9% in 2006.

Insgesamt kommen noch immer 95% der weltweiten F&E-Ausgaben aus den etablierten Industrieregionen Nordamerika, Europa und Japan. "In den boomenden Schwellenländern sehen wir bei diesen Ausgaben zwar deutlich höhere Wachstumsraten von über 30%. Chinesische und indische Unternehmen investieren im Schnitt aber nur 0,8% ihres Umsatzes in F&E. Das ist gerade mal ein Fünftel des weltweiten Durchschnitts", so Goldbrunner.

Kundenverständnis und Strategieprozess zentrale Erfolgsfaktoren für Innovationen

Dabei sind höhere F&E-Ausgaben alleine kein Erfolgsgarant. Besonders erfolgreiche Konzerne organisieren vielmehr den gesamten Innovationsprozess von der Ideenfindung über die Entwicklung bis zur Vermarktung des fertigen Produkts nach strategischen Vorgaben. Dabei evaluieren sie konsequent die Projektfortschritte. "Das profunde Verständnis der Kundenbedürfnisse ist das zentrale Erfolgskriterium. Entwicklungsabteilungen, die ihre Kunden direkt in den Innovationsprozess einbeziehen, führen zu einer doppelt so hohen Gesamtkapitalrendite. Das Wachstum des operativen Ergebnisses ist sogar dreimal so hoch wie bei Wettbewerbern, die nur einen indirekten Kundenzugang haben", betont Goldbrunner. Zudem erzielen Player, die ihre Innovationsstrategie direkt aus der Unternehmensstrategie ableiten, in den letzten drei Jahren ein um 40% stärkeres Wachstum des Betriebsergebnisses und eine doppelt so hohe Eigenkapitalrendite wie solche, die diese beiden Strategiebereiche nur schwach koppeln.

So hat beispielsweise der DAX-Konzern Adidas diesen Kundenfokus sowie das Thema Innovation konsequent in der Unternehmensstrategie verankert und umgesetzt. Die Folge: Auch 2006 zählt der Sportartikelhersteller zu den so genannten "high-leverage-Unternehmen". Diese weisen zwar im Branchenvergleich niedrigere F&E-Ausgaben auf, übertreffen aber ihre Wettbewerber nicht nur bei Umsatz und Gewinnwachstum, sondern auch bei der Kursentwicklung. Diese Gruppe der Top-Innovatoren wuchs 2006 von 94 auf 118 Mitglieder und damit 11% der untersuchten Unternehmen an. Weitere prominente Beispiele dieser Outperformer in Sachen Innovation: Apple, Ebay oder Black&Decker.

Deutsche Unternehmen weiterhin auf vorderen Plätzen

Mit der Studie stellt Booz Allen Hamilton auch ein Ranking der Unternehmen mit den weltweit höchsten F&E-Ausgaben vor. Die Liste wird von Toyota, Pfizer und Ford angeführt. Unter den Top 10 nehmen mit DaimlerChrysler (5) und Siemens (9) zwei deutsche Konzerne vordere Plätze ein. Gegen den Trend hat der Stuttgarter Automobilhersteller allerdings die F&E-Ausgaben um 5,6% gegenüber 2005 gesenkt. Weitere deutsche Vertreter unter den ersten 100 sind: Volkswagen (15), BMW (33), Bayer (39), SAP (60), BASF (65), Infinion (66) und Merck (100).

Quelle: Booz Allen Hamilton




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