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21.08.2008

Open Access für Fachartikel über EU-Forschungsprojekte: Europäische Kommission startet Pilotprojekt


Ein schneller und zuverlässiger Zugang zu Forschungsergebnissen, insbesondere über das Internet, kann der Innovation Impulse verleihen, wissenschaftliche Entdeckungen voranzubringen und die Entwicklung einer starken wissensbasierten Wirtschaft zu unterstützen. Die Europäische Kommission möchte gewährleisten, dass die Ergebnisse der von ihr beim siebten Forschungsrahmenprogramm der EU (RP7) im Zeitraum 2007 - 2013 mit 50 Mrd. EUR finanzierten Forschung möglichst weit und effektiv verbreitet werden, um eine optimale Nutzung und Wirkung dieser Ergebnisse in der Forschung und darüber hinaus zu erzielen. Die Kommission lancierte heute ein Pilotprojekt, das nach einer Sperrfrist zwischen 6 und 12 Monaten einen uneingeschränkten Online-Zugang zu den Ergebnissen der von der EU finanzierten Forschung ermöglichen wird, vor allem zu Forschungsartikeln, die in von Fachkollegen geprüften Publikationen veröffentlicht werden. Das Pilotprojekt wird sich auf etwa 20 Prozent des RP7-Budgets in Bereichen wie Gesundheit, Energie, Umwelt, Sozialwissenschaften sowie Informations- und Kommunikationstechnologien erstrecken.

"Ein einfacher und entgeltfreier Zugang zu den aktuellsten Erkenntnissen in strategischen Bereichen ist entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit der EU in der Forschung. Dieses Open Access-Pilotprojekt ist ein wichtiger Schritt für die Verwirklichung der "fünften Freiheit", d.h. dem freien Verkehr von Wissen in den Mitgliedstaaten, auf Ebene der Forscher und der Unternehmen und in der breiten Öffentlichkeit," so Janez Potočnik, EU-Kommissar für Wissenschaft und Forschung. "Darüber hinaus erhalten die Bürger auf diese Weise einen angemessenen Gegenwert für die Finanzierung der Forschung durch EU-Gelder."

"Die rasante Entwicklung der Digitaltechnologien bietet den Forschern bisher ungeahnte Möglichkeiten für einen zeitnahen und effizienten Informationsaustausch. Unser neues Pilotprojekt wird sich diese Potenziale zunutze machen und es Forschern, Unternehmern und politischen Entscheidungsträgern durch Ermöglichung des Zugangs zu den neuesten Forschungsergebnissen erleichtern, Lösungsansätze für globale Herausforderungen wie den Klimawandel zu entwickeln," so Viviane Reding, EU-Kommissarin für Informationsgesellschaft und Medien. "Vor allem begrüße ich es, dass wissenschaftliche Verleger jetzt allmählich neue Verbreitungsmodelle annehmen und gemeinsam mit den Forschern auf die Verwirklichung des Open Access hinarbeiten. Sie haben der Kommission in diesen Bereichen wertvolle Unterstützung bei der Vorbereitung des Pilotprojekts geleistet. Auf diese Weise kann eine für alle Beteiligten nützliche Koexistenz erreicht werden, die einerseits eine optimale Wirkung des Open Access für die öffentlich finanzierte Forschung gewährleistet und andererseits Raum für privat finanzierte Geschäftsmodelle im Bereich des Verlagswesens lässt."

Das Open Access-Pilotprojekt der Kommission soll bis zum Ende des RP7 laufen und dafür sorgen, dass die Ergebnisse der EU-finanzierten Forschung nach und nach für alle zugänglich gemacht werden. Empfänger von Zuschüssen werden gehalten sein, von Fachkollegen geprüfte Forschungsartikel oder Endfassungen von Manuskripten zu ihren RP7-Projekten in ein Online-Archiv einzustellen. Sie müssen alle erforderlichen Anstrengungen unternehmen, um den offenen Zugang zu diesen Artikeln je nach Forschungsbereich binnen sechs oder zwölf Monaten nach ihrer Veröffentlichung zu gewährleisten. Diese Sperrfristen sollen sicherstellen, dass sich die Investitionen der wissenschaftlichen Verleger rentieren.

Der offene Zugang zu Forschungsartikeln, die zuvor über Abonnements zugänglich waren, kann dazu beitragen, die Wirkung der EU-Investitionen in Höhe von 50 Mrd. EUR in Forschung und Entwicklung zu verstärken und Verluste an Zeit und wertvollen Ressourcen sowie Doppelforschung zu vermeiden. Wenn die Forscher Zugang zu einem breiteren Spektrum an Literatur erhalten, können sie die darin enthaltenen Informationen für ihre eigene Arbeit nutzen. Auch kleine und mittlere Unternehmen können von einem besseren Zugang zu den aktuellsten Forschungsentwicklungen profitieren, um Innovationsprozesse zu beschleunigen und die Zeit bis zur Marktreife ihrer Produkte zu verkürzen.

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Quelle: EU Kommission




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