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20.08.2008

Schweizer Forscher machen seltene kleine Tumore sichtbar


Forscher aus Bern und Basel haben eine neue Methode entwickelt, die eine seltene Art von winzig kleinen Tumoren, sogenannte Insulinome, lokalisieren kann. Das neue Verfahren macht eine äußerst präzise Operation von Tumoren möglich und wurde in der Schweiz bereits erfolgreich an Patienten getestet.

Insulinome sind Tumoren, die meist so klein sind, dass sie mit den gängigen diagnostischen Methoden nicht oder nur schwer zu finden sind. Ein Insulinom kann lebensbedrohlich sein, weil es unreguliert große Mengen von Insulin produziert, was zu einem gefährlich tiefen Blutzuckerspiegel führen kann. Ein Forscherteam um Prof. Jean Claude Reubi vom Institut für Pathologie der Universität Bern hat nun eine neue Methode entwickelt, mit der sich diese winzigen Tumoren lokalisieren lassen. Die Ergebnisse der Studie sind in der amerikanischen Fachzeitschrift "New England Journal of Medicine" erschienen. Beteiligt sind das Universitätsspital Basel, wo das Verfahren entwickelt wurde, sowie das Inselspital in Bern, das zwei Patienten mit dem neuen Verfahren untersuchte und erfolgreich operierte.

Radioaktiv markiertes Molekül macht den Tumor sichtbar

Die Forschung der Universität Bern zeigt, dass Insulinome ein Eiweiß produzieren, das an der Oberfläche der Tumorzelle liegt. Am Universitätsspital Basel wurde deshalb ein radioaktiv markiertes Molekül entwickelt, das spezifisch an dieses Eiweiß bindet. Wird das Molekül in den Körper eingebracht, reichert es sich in den Tumorzellen an. Die dadurch abgegebene Strahlung macht den Tumor sichtbar. Spezialisten sprechen in diesem Fall von der Szintigrafie, einem bildgebenden Verfahren der nuklearmedizinischen Diagnostik. Die neu entwickelte Methode erlaubt es den Chirurgen, ihre Operationsstrategie optimal zu planen und eine sehr präzise Entfernung des Tumors durchzuführen. Weil praktisch alle Insulinome das beschriebene Eiweiß produzieren, erwarten die Forschenden eine hohe Erfolgsquote des neuen Verfahrens.

—> Originalpublikation

Quelle: Universität Bern




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