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11.08.2008

Biochip zur Erkennung von Darmkrebs


Wissenschaftler des Jenaer Universitätsklinikums wollen einen einfachen Bluttest für Darmkrebs entwickeln. In einem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekt soll ein Biochip entstehen, der Kolonkarzinome frühzeitig sicher erkennen kann. Projektpartner sind Forscher der Universität Lübeck, des Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg und der Randox Laboratories GmbH.

Darmkrebs ist eine stille Krankheit. Sie verursacht meist erst dann Beschwerden, wenn sie schon weit fortgeschritten ist. Vorsorgeuntersuchungen, wie der Test auf Blut im Stuhl und die Darmspiegelung, sollen den Krebs und seine Vorstufen möglichst frühzeitig erkennen, dann ist er noch gut heilbar. Trotzdem werden in 70 % der Fälle die Darmtumore erst im fortgeschrittenen Stadium festgestellt.

An einer neuen Früherkennungsmethode arbeiten Forscher in der "Core Unit Chip Application" am Institut für Humangenetik und Anthropologie des Universitätsklinikums Jena. "Wir wollen einen Biochip entwickeln, der Blut auf Tumormarker testet, die charakteristisch sind für Darmkrebs", beschreibt PD Dr. Ferdinand von Eggeling das Ziel des Forschungsprojektes. Der Molekularbiologe leitet die zentrale Forschungseinrichtung, die seit 2001 besteht und spezialisiert ist auf die Identifizierung von proteomischen und genomischen Biomarkern. Das sind Eiweiße, die in krankhaft verändertem Gewebe verstärkt oder auch vermindert gebildet werden und deshalb zur Diagnose dieser Erkrankungen genutzt werden könnten. Vier der Marker für Darmkrebs, die jetzt auf dem Chip getestet werden sollen, sind von der Jenaer Arbeitsgruppe beschrieben worden.

Die Molekulargenetiker werden die Marker auf ihre Spezifität für Darmkrebs prüfen und danach bewerten. Der in den Randox Laboratories entwickelte Biochip kann insgesamt zwölf verschiedene Marker auf einmal nachweisen. Durch diese Kombination soll die Blutuntersuchung besonders empfindlich und aussagekräftig werden.

Wissenschaftler vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg stellen Patientenproben zur Verfügung und werten die im Projekt gewonnenen Daten aus. Am Universitätsklinikum Lübeck wird der Biochip klinisch getestet, hier wird die im Rahmen des Förderprogramms "Molekulare Diagnostik" des BMBF unterstützte Untersuchung koordiniert.

Die Jenaer Arbeitsgruppe erhält in der dreijährigen Laufzeit insgesamt 425.000 Euro. "Die Mitarbeit in dem Projekt bedeutet für uns zum einen wissenschaftliche Kontinuität, zum anderen bestätigt sie das Konzept der Anschubförderung, mit dem die Core Unit eingerichtet worden ist", freut sich Ferdinand von Eggeling.

Quelle: idw/Universität Jena




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