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Nachrichten und Pressemeldungen aus Labor und Analytik

06.08.2008

Zu viel Uran im Leitungswasser


Trinkwasser enthält in Deutschland zum Teil zu viel Uran. foodwatch liegen 950 Messwerte vor, die höher sind als 2 Mikrogramm Uran pro Liter. Diesen Wert hat der Gesetzgeber als Grenzwert für Mineralwasser festgelegt, das als "zur Herstellung von Säuglingsnahrung geeignet" beworben wird. Für das Wasser aus der Leitung gibt es bisher keinen Grenzwert.

foodwatch hat im Frühjahr 2008 die zuständigen Landesbehörden aller 16 Bundesländer über die jeweiligen konkreten Uranbelastungen im Trinkwasser befragt und die Antworten ausgewertet. Das Ergebnis: Trinkwasser enthält in Deutschland vielfach mehr als 2 Mikrogramm des giftigen Schwermetalls Uran pro Liter (µg/l). Fast jeder achte der knapp 8.200 übermittelten Werte liegt darüber. Bei in Flaschen abgefülltem Mineralwasser darf dieser Wert nicht überschritten werden, wenn Hersteller ihr Wasser als "geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung" bewerben wollen. Rund 150 der gemeldeten Messdaten liegen sogar über 10 µg/l. Diesen Wert gibt das Umweltbundesamt als Höchstwert an, bis zu dem bei Erwachsenen keine gesundheitlichen Schäden zu erwarten sind. Das Schwermetall Uran schädigt vor allem die Niere. foodwatch fordert, einen gesetzlichen Grenzwert von 10 µg/l einzuführen. Ab 2 µg/l Uran sollten die Wasserversorger die Bevölkerung warnen, damit Säuglinge und Kleinkinder kein uranhaltiges Leitungswasser trinken.

Höchstwerte in Bayern und Baden-Württemberg

Da die Länder den Urangehalt nicht flächendeckend erheben und veröffentlicht haben, kann die foodwatch-Recherche nur ein Überblicksbild liefern. Tendenziell ist die Uranbelastung des Trinkwassers in Süddeutschland höher als im übrigen Bundesgebiet. "Spitzenwerte" von 39 µg/l hat beispielsweise das Gesundheitsamt Haßberge für Maroldsweisach in Bayern gemeldet. Der Landkreis Waiblingen in Baden-Württemberg meldet mehrere Orte mit Werten über 20 µg/l Uran.

Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt mit hohen Werten

Aber auch Mecklenburg-Vorpommern übermittelte zum Beispiel für das Wasserwerk Reimershagen im Landkreis Güstrow einen Wert von 30,08 µg/l. Für den Ort Palmzin zwischen Rostock und Stralsund werden 26,3 µg/l gemeldet. Eine durchgängig relativ hohe Belastung mit Werten über 10 µg/l findet sich - bis auf wenige Ausnahmen - im Landkreis Mansfeld-Südharz und im Burgenlandkreis in Sachsen-Anhalt. Im Altkreis Anhalt-Zerbst in Sachsen-Anhalt liegen dagegen alle gemeldeten Werte sogar unterhalb von 0,1 µg/l. Insgesamt kann sich die Verunreinigung des Trinkwassers mit Uran von Region zu Region sehr unterscheiden. Auch kleinräumig kann es höher und niedriger belastete Trinkwasserbrunnen geben. Und auch in grundsätzlich belasteten Regionen ist die Urankonzentration selten gleichmäßig verteilt. foodwatch hat daher die Ergebnisse in 16 einzelnen Länderberichten aufgeschlüsselt.

—> weitere Informationen

Quelle: foodwatch




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