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Nachrichten und Pressemeldungen aus Labor und Analytik

01.08.2008

Fachkräftemangel: Kein Thema für die Chemie?


Die deutsche Chemie-Industrie hat zurzeit keinen generellen Mangel an Fachkräften bei Chemikern und sonstigen Naturwissenschaftlern. Insgesamt sind genügend Chemiker und sonstige Naturwissenschaftler auf dem Markt. Aber es fehlen Chemiker/Naturwissenschaftler bei ganz bestimmten Disziplinen z.B. Toxikologie, Elektrochemie, Makromolekulare Chemie, Materialwissenschaften, angewandte heterogene Katalyse, Grenzflächenchemie und -physik. Hier werden sowohl qualifizierte Hochschulabsolventen als auch Berufspraktiker gesucht.

Die Chemie benötigt ein breites Spektrum an Akademikern. Akademiker nehmen auch einen immer höheren Anteil an den gesamten Beschäftigten ein. Besonders die Diplom-Ingenieure gewinnen dabei zunehmend an Bedeutung. Der Fachkräftemangel bei den Ingenieuren macht sich deshalb auch in der Chemie-Industrie zunehmend bemerkbar. Dies gilt besonders bei Ingenieuren aus chemienahen Disziplinen, wie chemische Verfahrenstechnik, Technische Chemie, Anlagenbau oder Sicherheitstechnik. Besonders betroffen sind dabei kleine und mittlere Chemieunternehmen (KMU). Für KMU ist selbst die Rekrutierung von Ingenieuren aus den klassischen Chemiefächern schwierig. Größere Schwierigkeiten bestehen, Ingenieure aus chemienahen Disziplinen zu bekommen.

Maßnahmen der Chemie-Unternehmen und des VCI gegen einen drohenden Fachkräftemangel

Die Chemie-Unternehmen bilden selbst verstärkt aus. Insgesamt werden derzeit in Deutschland 27.865 junge Menschen in der Chemiebranche ausgebildet. Das Ausbildungsniveau liegt heute um mehr als 9 Prozent über dem Ausgangsniveau im Jahr 2003.

Die Ausbildungsbeteiligung der Betriebe in der chemischen Industrie ist dabei überdurchschnittlich hoch. Mehr als 60 Prozent aller Betriebe bilden selbst oder im Verbund mit Partnern aus.

Darüber hinaus gibt es zahlreiche Initiativen von Unternehmen auf lokaler und regionaler Ebene, um für Chemie und Naturwissenschaft zu begeistern und den Unterricht zu verbessern.

Der VCI unterhält über den Fonds der Chemischen Industrie (knapp 10 Millionen Euro im Jahr 2008) langfristige Programme:

  • Mit seinem Stipendienprogramm fördert der Fonds der Chemischen Industrie exzellente Nachwuchskräfte in der Chemie. Für 2008 stehen dafür 6,5 Millionen Euro bereit.
  • Mit dem Förderprogramm "Schulpartnerschaft Chemie" (2,1 Millionen Euro in 2008) und Wettbewerben wie der "Chemie-Olympiade" will der Fonds der Chemischen Industrie junge Menschen für die Naturwissenschaften und besonders die Chemie begeistern. Das Programm startete im Jahr 2001 und hat seither den Chemieunterricht an Schulen in mehr als 3.240 einzelnen Projekten unterstützt und dafür insgesamt rund 5,7 Millionen Euro investiert.
  • Weitere 750.000 Euro fließen 2008 in die Hochschulausbildung. 570.000 Euro stellt der Fonds der Chemischen Industrie dabei für gezielte Maßnahmen in der Ökotoxikologie, Humantoxikologie, Grenzflächenchemie sowie der Elektrochemie zur Verfügung.

Zwei von den Chemieorganisationen eingerichtete Internet-Plattformen informieren junge Menschen über Perspektiven in der chemischen Industrie: chemie-im-fokus.de (Chemiestudium) und chemie4you.de (Ausbildungsberufe).

Die Dachverbände BDI und BDA haben Anfang Mai 2008 die bundesweite Plattform "MINT Zukunft schaffen" gestartet. MINT-Fächer = Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik. Mit ihr will die Wirtschaft dem Fachkräftemangel in den technisch-naturwissenschaftlichen Berufen begegnen und Schulabsolventen für die MINT-Fächer interessieren. In die Plattform integriert sind auch die Angebote der "Schulpartnerschaft Chemie" des VCI sowie regionale Angebote seiner Landesverbände.

—> www.chemie-im-fokus.de

—> www.chemie4you.de

—> www.mintzukunft.de

Quelle: Verband der Chemischen Industrie (VCI)




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