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21.07.2008

SciLife - Eine neue Kommunikationsplattform für Forscher


SciLife ist eine neue virtuelle Präsentations- und Kommunikationsplattform speziell für wissenschaftliche Inhalte. Seit Juli 2008 frei zugänglich, dient sie dem Zweck, Wissenschaftler besser untereinander zu vernetzen und die Suche nach Geräten und Forschern zu vereinfachen.

In den seltensten Fällen findet der Forscher alles Know-How und alle Geräte, die er braucht, direkt in seiner Arbeitsgruppe vor. Und so gehört die mühselige Suche nach Informationen immer auch zum Forscheralltag. Dieses Problems will sich SciLife, die neue Internet-Community für Forscher, annehmen. Ähnlich wie StudiVZ oder Xing aufgebaut, bietet SciLife eine virtuelle Plattform, auf der Mitglieder mit wenigen Schritten eigene Profile anlegen, Kontakte hinzufügen, Gruppen gründen oder in bereits bestehende Gruppen eintreten können. Auch die übliche Suchfunktion ist ebenso wie eine Nachrichtenfunktion und die Kommunikationsmöglichkeit über Foren vorhanden. Die Navigation ist übersichtlich und selbsterklärend. Entsprechend der Internationalität der Zielgruppe "Naturwissenschaftler" ist der Auftritt komplett in englischer Sprache.

SciLife soll Wissenschaftlern die Möglichkeit geben, in kürzester Zeit herauszufinden, ob es nicht wenige Gebäude weiter das gesuchte (teure) Gerät mit noch freien Kapazitäten gibt oder ob nicht quer über den Campus schon erfolgreich mit der Methode gearbeitet wird, die in der eigenen Gruppe noch etabliert werden muss.

Deshalb kann man in sein Profil eine Sammlung von Stichwörtern wie DNA, RNAi, Drosophila oder einfach Biochemie, entsprechend der eigenen Forschungsaktivitäten, eingeben. Unter dem Stichwort Ressourcen werden vorhandene Geräte gelistet. Dasselbe Prinzip wie für Personen gilt auch für Arbeitsgruppen.

Eine Suche nach DNA findet dann zum Beispiel Mitglieder ebenso wie Gruppen, die an DNA arbeiten, einen Bioanalyser mit Standort Heidelberg und diverse Publikationen zum Stichwort. Ein thematischer Neueinsteiger kann sofort ein passendes, bestehendes Netzwerk finden und mit allen Vorteilen nutzen. Ähnlich kann man sich einen Überblick über einen Forschungsstandort verschaffen, indem man zum Beispiel Heidelberg eingibt.

Über die Verknüpfung der einzelnen Profile sollen so im Laufe der Zeit ein virtuelles Forschungsnetzwerk als wirklichkeitsgetreues Abbild der Forschungslandschaft und eine aktuelle Datenbank entstehen, von denen alle Mitglieder profitieren. Auch Forschungskooperationen lassen sich so anbahnen.

Und noch ein weiteres ehrgeiziges Ziel verfolgen die Anbieter der Plattform. Bestandteil des eigenen Profils ist, freiwillig, eine Art wissenschaftlicher Visitenkarte, die einen Lebenslauf, ein Kurzprofil der Forschungsaktivitäten und, natürlich, eine Liste eigener Publikationen umfasst. Dies soll Mitgliedern eine zusätzliche Option der Jobsuche bieten, und Unternehmen helfen, über SciLife hochqualifiziertes Personal zu finden.

Initiiert wurde das ehrgeizige Projekt von einem interdisziplinären Team aus Naturwissenschaftlern und Informatikern der Universität Heidelberg und aus Lausanne und Dresden. Den Bedarf an Informationsaustausch, der über die Möglichkeiten von Konferenzen hinausgeht, haben diese im eigenen Alltag erlebt. Ihr großes Eigenengagement wurde bereits auf der CeBit 2008 belohnt. Dort wurde ihr Konzept der integrierten Präsentations- und Kommunikationsplattform im Rahmen des Gründerwettbewerbes "Mit Multimedia erfolgreich starten" des Bundeswirtschaftsministeriums prämiert.

Kai Uhrig, einer der Initiatoren von SciLife, sieht auch die langfristige Finanzierung als gesichert an: "Neben Privatpersonen und öffentlichen Forschungseinrichtungen, für welche die Nutzung von SciLife kostenlos ist, sollen sich langfristig auch Unternehmen über SciLife präsentieren. Weiterhin soll das Projekt durch zielgruppenorientierte Werbung langfristig finanziert werden."

SciLife, das April 2008 online ging und seit Juli 2008 frei zugänglich ist, hat bisher 300 Mitglieder. Noch sind viele Arbeitsgruppen zwar angelegt, aber noch nicht mit Mitarbeitern bevölkert. Davon, ob SciLife die Startphase schafft und über eine kritische Nutzerzahl hinaus wächst, hängt das Gelingen des Projektes ab. Nur wenn ausreichend viele Wissenschaftler ein eigenes Profil anlegen und pflegen, wird die Plattform tatsächlich zu einer nützlichen und aktuellen Informationsquelle, die dann auch weiter gepflegt wird, dadurch wächst und aktuell bleibt.

Quelle: Universität Heidelberg




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