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17.07.2008

Vorgeschlagene EU-Höchstgehalte für nicht dioxinähnliche polychlorierte Biphenyle (ndl-PCB) sind noch immer zu hoch


Polychlorierte Biphenyle (PCB) gehören zu den gefährlichsten Umweltgiften. Sie wurden in Weichmachern, Lacken, Transformatoren oder als Hydraulikflüssigkeiten eingesetzt. Mittler-weile ist ihre Produktion und Anwendung verboten. Aufgrund ihrer Langlebigkeit kommen sie aber immer noch in der Umwelt und damit insbesondere in fetthaltigen Lebensmitteln tieri-scher Herkunft wie Milch, Fleisch, Eier und Fisch vor. Von den über 200 PCB-Verbindungen (Kongenere) gibt es auf EU-Ebene bislang nur für die sogenannten 12 dioxinähnlichen PCB (dl-PCB) Höchstgehalte, die zugleich die polychlorierten Dioxine und Furane umfassen. Der-zeit erarbeitet die EU-Kommission für den Hauptanteil der PCB, nämlich die sogenannten nicht dioxinähnlichen PCB (ndl-PCB), eine Höchstgehaltregelung. Sie sieht vor, dafür als deren Vertreter die Summe von sechs ausgewählten ndl-PCB (Σ6PCB), die in Lebensmitteln häufig vorkommen, zu verwenden.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hatte bereits zu dem ersten EU-Entwurf für eine Höchstgehaltsregelung aus dem Jahr 2006 Stellung genommen und die vorgeschlage-nen Höchstgehalte als zu hoch eingestuft. Nun liegt ein neuer Vorschlag vor, den das Institut im Folgenden bewertet hat.

Das BfR begrüßt, dass im neuen Vorschlag für die meisten Lebensmittel die Höchstgehalte gesenkt sowie Fischleber und Lebensmittel für Babys und Kleinkinder aufgenommen wur-den. Ausgenommen von dieser positiven Bewertung ist allerdings der neue Höchstgehalt für Hühnereier von 75 Nanogramm (ng) Σ6PCB je Gramm Fett, der entgegen dem ersten Vor-schlag von 50 ng Σ6PCB je Gramm Fett nicht nachvollziehbar hoch angesetzt wurde. Der Höchstgehalt für Eier sollte sich an dem Höchstgehalt für Geflügelfleisch, dessen Gehalt mit 30 ng Σ6PCB je Gramm Fett mehr als die Hälfte niedriger angesetzt wurde, orientieren, da die PCB-Belastungen im Fettanteil vom Ei und Geflügelfleisch ungefähr gleich hoch sind.

Aus Sicht des BfR sollten die vorgeschlagenen Höchstgehalte für Σ6PCB in Lebensmitteln jedoch weiter gesenkt werden, da außer für Fischleber noch alle Höchstgehalte deutlich über der mittleren PCB-Hintergrundbelastung für das jeweilige Lebensmittel liegen. Das BfR emp-fiehlt die Einführung von Auslösewerten für Σ6PCB in Lebensmitteln, die um 25 bis 33 % niedriger als die Höchstgehalte angesetzt sind, um das Schutzniveau für die Verbraucher zu erhöhen.

Quelle: Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)




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