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01.07.2008

Bundesamt für Strahlenschutz und Universität Hamburg überwachen gemeinsam Umweltradioaktivität


Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) und das Carl Friedrich von Weizsäcker-Zentrum für Naturwissenschaft und Friedensforschung (ZNF) der Universität Hamburg arbeiten künftig bei der Überwachung der Umweltradioaktivität und des internationalen Kernwaffenteststoppabkommens zusammen. Dr. Gerald Kirchner, Leiter des Fachbereichs Strahlenschutz und Umwelt, sowie Prof. Dr. Martin B. Kalinowski vom ZNF haben heute einen entsprechenden Kooperationsvertrag zwischen beiden Institutionen unterzeichnet.

Dr. Gerald Kirchner: "Das BfS freut sich, auf diesem wichtigen Feld mit einer international ausgewiesenen Institution wie dem ZNF künftig noch enger zusammenzuarbeiten. Dadurch wird unser bestehende Messstation in Freiburg um einen Standort in Norddeutschland ergänzt." Die Präsidentin der Universität Hamburg, Prof. Dr. Monika Auweter-Kurtz: "Die nun unterzeichnete Vereinbarung zwischen dem Zentrum für Naturwissenschaft und Friedensforschung und dem Bundesamt für Strahlenschutz ist ein gelungenes Beispiel für eine Kooperation, von der beide Seiten gleichermaßen profitieren. Die Vernetzung mit außeruniversitären Institutionen ist uns ein großes Anliegen. Es freut mich, dass das Bundesamt für Strahlenschutz nun zu unseren Kooperationspartnern gehört".

Schwerpunkt der Zusammenarbeit ist die kontinuierliche Überwachung der atmosphärischen Konzentration der radioaktiven Edelgasisotope Krypton-85 und Xenon-133, die als Spaltprodukte in Kernreaktoren entstehen. Das langlebige Krypton-85 wird bei der Wiederaufbereitung von Brennelementen aus Kernkraftwerken freigesetzt und kann zur Aufdeckung heimlicher Plutoniumproduktion verwendet werden. Die Edelgasanalyse ist daher eine mögliche Methode der Verifikation des Kernwaffenteststopp-Vertrags (Comprehensive Nuclear-Test-Ban Treaty, CTBT) sowie des Atomwaffensperrvertrags (Non-Proliferation-Treaty, NPT). Das BfS ist Teil eines internationalen Netzwerkes zur Überwachung des Kernwaffenteststoppabkommens und betreibt mit der Messstation Schauinsland in Freiburg eine von 80 Stationen weltweit, die -die Einhaltung des Abkommens überwachen. Auf dem Schauinsland wurden 1953 zum ersten Mal Spaltprodukte als Folge von Atomwaffentests in Europa nachgewiesen. In Hamburg ist jetzt eine Anlage zur Probennahme atmosphärischer Edelgase eingerichtet worden, die auf vom BfS entwickelter Technik beruht und vom ZNF betrieben wird. Die entnommenen Proben werden im Labor der BfS-Messstation in Freiburg vermessen und auf Krypton-85 sowie radioaktive Xenonisotope untersucht.

Quelle: Bundesamt für Strahlenschutz (BfS)




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