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08.05.2008

Aventis stiftet zwei Professuren für chemische Biologie



Die Universität Frankfurt freut sich, die Einrichtung zweier neuer Stiftungsprofessuren aus dem Bereich der chemischen Biologie bekannt geben zu dürfen: Im Fachbereich Biowissenschaften wird künftig Prof. Beatrix Süß den Bereich der RNA-Biochemie vertreten, Prof. Jens Wöhnert den der RNA-Strukturbiologie. Die Abkürzung RNA steht für Ribonukleinsäure (englisch: ribonucleic acid); eine wesentliche Funktion der RNA in der Zelle ist die Umsetzung von genetischer Information in Proteine.

Die neuen Professuren gründen auf der Zusammenarbeit der Goethe-Universität und der Aventis Foundation, die für die Professuren 1 Million Euro über einen Zeitraum von fünf Jahren bereit stellt. "Mit der Einrichtung der Stiftungsprofessuren wollen wir die interdisziplinäre Zusammenarbeit vorantreiben", erklärte Prof. Günther Wess, wissenschaftlich-technischer Geschäftsführer des Helmholtz Zentrums München und Mitglied des Kuratoriums der Aventis Foundation, anlässlich der Vorstellung der neuen Hochschullehrer am 5. Mai 2008. Dabei verspräche der für Deutschland neue Brückenschlag zwischen Biologie und Chemie aufregende und nützliche Erkenntnisse, beispielsweise für die Medizin. Mittels der Erforschung biologischer Funktionen und deren Beeinflussung durch kleine Moleküle könnten beispielsweise Wirkstoffe gegen Krankheitserreger entwickelt und somit neue Wege der Therapie eingeschlagen werden. Damit leiste die Chemische Biologie einen unerlässlichen Beitrag zur Erforschung, Eindämmung und Heilung bislang unheilbarer Krankheiten.

Prof. Volker Müller, Dekan des Frankfurter Fachbereichs Biowissenschaften, dankte den Stiftern und hob hervor, wie gut der interdisziplinäre Ansatz in das Forschungsprofil des Fachbereichs passe: "Wir haben vor wenigen Jahren einen maßgeblichen Strukturwandel durchlaufen und die klassische Unterteilung in Fächer wie Zoologie, Botanik und Mikrobiologie zugunsten neuer, interdisziplinärer Institutszusammenschlüsse aufgegeben. Gerade molekularbiologische Fragestellungen bieten sich dazu an, instituts- und fachbereichsübergreifend erörtert zu werden." Die Universität Frankfurt habe nicht zuletzt durch ihr Exzellenzcluster 'Makromolekulare Komplexe' eine hervorragende Ausgangsbasis, um eine Vorreiterrolle in der Etablierung der Chemischen Biologie einzunehmen.

Beatrix Süß studierte an den Universitäten Greifswald und Erlangen Biologie und wurde 1989 an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) zum Thema 'Analyse struktureller Änderungen im Tetracycline-Repressor' promoviert. 2007 habilitierte sie sich ebendort über regulatorisch aktive RNA-Moleküle. Für diese Arbeiten erhielt sie den Emmy-Noether-Habilitationspreis der FAU. Mehrere Forschungsaufenthalte führten Süß an die Universitäten Bochum und Wien sowie die Yale University. Im Mittelpunkt ihrer Forschung steht die strukturelle und funktionale Charakterisierung von RNA-Molekülen, die in der Zelle regulatorische Funktionen ausüben können.

Jens Wöhnert studierte an der Martin-Luther-Universität Halle, wo er 1996 sein Diplom in Biochemie erwarb. Im Jahr 2001 wurde er in der Abteilung für molekulare Biophysik und NMR-Spektroskopie der Friedrich-Schiller-Universität Jena ebenfalls in Biochemie promoviert. Vor seinem Wechsel auf die Aventis-Stiftungsprofessur war er an der Hebrew University Jerusalem, am Massachusetts Institute of Technology, Cambridge, sowie dem University of Texas Health Science Center San Antonio tätig. An der Goethe-Universität forschte Wöhnert bereits von 2002 bis 2006, zunächst am Institut für Organische Chemie und Chemische Biologie (Zentrum für biomolekulare magnetische Resonanz) und später als Gruppenleiter im Sonderforschungsbereich 579 (RNA-Liganden-Interaktionen) am selben Institut.

Die Aventis Foundation ist eine gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Frankfurt und dient der Förderung von Projekten im gesellschaftlichen, kulturellen und wissenschaftlichen Bereich. Sie wurde 1996 als Hoechst Foundation gegründet und mit einem Stiftungskapital von 50 Millionen Euro ausgestattet. Im Jahr 2000 wurde die Stiftung in Aventis Foundation umbenannt.

Quelle: idw/Universität Frankfurt am Main




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