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28.04.2008

BfR richtet nationale Expertengremien für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz ein


Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) wird in Fragen der Lebensmittelsicherheit und der Produktsicherheit künftig von 14 Kommissionen in seiner wissenschaftlichen Arbeit für die Bundesregierung und europäische Gremien beraten. In jede Kommission wurden rund zehn externe, unabhängige Sachverständige berufen, die ehrenamtlich ihre Expertise in die Arbeit des BfR einbringen. "Mit diesem Expertennetzwerk können wir Sachverstand auf höchstem wissenschaftlichen Niveau für unsere Risikobewertungen bündeln und in internationale Gremien einbringen", sagt Professor Dr. Dr. Andreas Hensel, Präsident des BfR. Die wissenschaftliche Qualität der Stellungnahmen des Instituts wird so erhöht und eine externe Qualitätssicherung gewährleistet. Darüber hinaus ist es dem Institut damit auch in Krisenfällen möglich, kurzfristig externen Sachverstand einzuholen. Die Struktur der Kommissionen am BfR orientiert sich weitgehend an der Kommissionsstruktur der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA).

Aufgabe des BfR ist es, eine unabhängige, dem Stand von Wissenschaft und Technik entsprechende Risikobewertung von Stoffen und Mikroorganismen in Lebensmitteln, Futtermitteln und verbrauchernahen Produkten vorzunehmen. Die wissenschaftlichen Stellungnahmen des BfR dienen unter anderem den Bundesministerien für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit als Grundlage für politische Entscheidungen. Die nun am BfR eingerichteten Kommissionen ermöglichen dem Institut, die wissenschaftliche Qualität seiner Stellungnahmen durch externen Sachverstand zu erhöhen.

Die Idee, bei der Bewertung von Risiken auch auf externen Sachverstand zurückzugreifen, ist nicht neu. Vor mehr als 50 Jahren wurde beispielsweise die Kunststoff-Kommission ins Leben gerufen, die noch heute in neuer personeller Besetzung und nun auch mit anderer Bezeichnung das BfR berät. Die Ergebnisse der Kommissionsarbeit fließen in die Bewertungen des BfR ein. Nicht zuletzt die erfolgreiche Arbeit dieser Gremien hat das Institut veranlasst, solche Kommissionen auch für andere Fachgebiete einzurichten.

Der Aufbau der neuen, erweiterten Kommissionsstruktur brachte ein umfangreiches Berufungsverfahren mit sich. Ein eigens eingerichteter Berufungsbeirat suchte die Kommissionsmitglieder aus dem Kreis der Bewerber aus. Dem Berufungsbeirat gehören die Mitglieder des Wissenschaftlichen Beirats des BfR, das Präsidium des BfR, die Vorsitzenden der Senatskommissionen "zur gesundheitlichen Bewertung von Lebensmitteln" und "für Stoffe und Ressourcen in der Landwirtschaft" der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und ein Mitglied des Präsidiums des Senats der Bundesforschungsanstalten an. Bereits mit ihrer Bewerbung haben sich die Interessierten verpflichtet, als Kommissionsmitglied unabhängig von jeglicher äußerlicher Beeinflussung zu handeln.

Neu eingerichtet werden die Kommissionen:

  • Bedarfsgegenstände
  • Bewertung von Vergiftungen
  • Biologische Gefahren
  • Ernährung, diätetische Produkte, neuartige Lebensmittel und Allergien
  • Expositionsschätzung und -standardisierung
  • Genetisch veränderte Lebens- und Futtermittel
  • Hygiene
  • Kontaminanten und andere gesundheitlich unerwünschte Stoffe in der Lebensmittelkette
  • Kosmetische Mittel
  • Lebensmittelzusatzstoffe, Aromastoffe und Verarbeitungshilfsstoffe
  • Pflanzenschutzmittel und ihre Rückstände
  • Pharmakologisch wirksame Stoffe und Tierarzneimittel
  • Wein- und Fruchtsaftanalysen
  • Zusatzstoffe, Erzeugnisse und Stoffe in der Tierernährung

Die Experten kommen aus Universitäten, Landesuntersuchungsämtern, Wirtschaftsverbänden, Verbrauchschutzverbänden sowie privaten Laboratorien.

Der Berufungsbeirat hat insgesamt 186 Experten als Kommissionsmitglieder benannt. Die ersten beiden Kommissionen (BfR-Kommission für Bedarfsgegenstände und BfR-Kommission für genetisch veränderte Lebens- und Futtermittel) nehmen ihre Arbeit am 24.04.2008 auf und werden, wie alle anderen Kommissionen auch, voraussichtlich zwei Mal pro Jahr tagen.

Unabhängig von den neu berufenen Kommissionen arbeiten am BfR die Nationale Stillkommission und die Kommission zur Bewertung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden zu Tierversuchen in ihrer bisherigen personellen Besetzung weiter.

Quelle: Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)




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